Donnerstag, 10. Juni 2021

Gewerkschaft fordert langfristige Strategie für die A22

„Die Konzession der Brennerautobahn A22 geht von Verlängerung zu Verlängerung, ohne eine langfristige Perspektive. Die letzte Verlängerung der Autobahnkonzession läuft in weniger als 2 Monaten aus und bis heute gibt es keine Gewissheit über die Zukunft der Brennerautobahn und über das Schicksal der tausend Angestellten“, erklären Anita Perkmann der Transportgewerkschaft FILT Südtirol und Stefano Montani der FILT Trentino.

Die Gewerkschaft fordert eine langfristige Strategie für die Brennerautobahn A22.
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Die Gewerkschaft fordert eine langfristige Strategie für die Brennerautobahn A22. - Foto: © imago stock&people
Unter den Beschäftigten macht sich die Sorge um die Zukunft breit. „Seit 2014 hangeln wir uns von Verlängerung zu Verlängerung, die letzte dauerte gerade einmal 3 Monate, und auf politischer Ebene scheint sich niemand wirklich für eine strukturelle und dauerhafte Lösung für die Autobahn einzusetzen“, betonen Perkmann und Montani.

„Die Autobahn ist eine grundlegende wirtschaftliche und infrastrukturelle Ressource für unsere Provinzen und wird es auch in Zukunft im Verbund mit dem Brennertunnel sein. Seit einiger Zeit ist die Rede davon, eine eigene Gesellschaft aufzubauen und die privaten Partner zu liquidieren, es sind jedoch keine konkreten Zusagen für eine langfristige und tragfähige Lösung am Horizont zu sehen“, sagen die Gewerkschafter.

„So bleiben zahlreiche Stellen unbesetzt“

Für die Gewerkschaft bleibt eine In house Lösung die beste Lösung. Die Übergabe an eine private Verwaltung ist eine Aussicht, die Besorgnis hervorruft, weil es keine Sicherheit in Hinblick auf bereits geplante Investitionen geben würde. Wenn die Zukunft ungewiss ist, so ist die Gegenwart nicht rosig. Es gibt einige Sektoren, die unter Personalmangel leiden, insbesondere im Bereich der Mautabrechnung.

„Es gibt nur wenige Mautkassierer, die A22 arbeitet hier mit Saisonverträgen. Dieses Jahr hat sich das Unternehmen entschieden, sehr kurzfristige Verträge zu unterschreiben, nur für einen Monat statt für die gesamte Sommerperiode. Das schafft eine Menge Unannehmlichkeiten, auch weil ein 30-Tage-Vertrag für viele Arbeitnehmer unattraktiv ist. So bleiben zahlreiche Stellen unbesetzt“, so Perkmann und Montani.

Bereits am Sonntag gab es lange Warteschlangen an den Mautstellen des Brennerpasses und die Situation wird sich angesichts des wiedereinsetzenden Touristenverkehrs wohl noch zuspitzen. „Es braucht hier Arbeitsverträge, die eine längere Dauer haben“, so Perkmann und Montani abschließend.

stol

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