Montag, 23. Mai 2016

Ghizzoni drängt auf mehr internationale Präsenz

UniCredit-Vorstandschef Federico Ghizzoni hat bei der Einweihung einer Niederlassung des Konzerns in Spanien auf eine stärkere internationale Präsenz der Bank Austria-Mutter gedrängt.

Federico Ghizzoni
Federico Ghizzoni - Foto: © LaPresse

Spanien sei für UniCredit ein „wichtiges Land“. Ghizzoni steht wegen hartnäckiger Ablösegerüchte unter starker Medien-Beobachtung.

Die spanische Wirtschaft werde heuer laut Prognosen zwischen 2,5 Prozent und 3 Prozent wachsen, das sei doppelt so viel als Italien. UniCredit will sich in Spanien auf rund 60 große Kunden konzentrieren, vor allem Unternehmen und Finanzgesellschaften. „Unser Ziel ist, Leader im Bereich 'Corporate & Investment Banking' in Spanien und in unseren wichtigsten Märkten in Europa aufzurücken“, so der Banker.

Indes berichteten italienische Medien, dass der UniCredit-Board morgen Dienstag um 16 Uhr tagt. Der Aufsichtsrat soll über einen möglichen Wechsel an der Spitze beraten.

Ghizzoni steht seit fast sechs Jahren an der Spitze der UniCredit, der Mutter der österreichischen Bank Austria. Davor war er Bank Austria-Vizechef und hier für das Osteuropageschäft verantwortlich.

Ghizzoni steht als UniCredit-Boss seit einiger Zeit unter Druck, es häufte sich die Kritik von Aktionären am niedrigen Aktienkurs, internationale Finanzmedien spekulierten über einen abermaligen Kapitalbedarf in mehrfacher Milliardenhöhe.

apa

stol