<BR />Hier einige Charakteristika des Goldmarktes.<h3> 1. Goldpreis steigt bei Krisen</h3>Gold stellt eine interessante Anlageform dar, weil es sich im Gegensatz zu anderen Wertanlagen anders verhält: „Gold verhält sich in einem bestimmten Sinn antizyklisch. Das heißt: Wenn Krisen sind, dann steigt der Goldpreis“, sagt Professor Alex Weissensteiner. <BR /><BR />Dies belegt ein Blick auf die vergangenen geopolitischen Ereignisse: Nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 stieg in den Tagen danach der Goldpreis von 1800 auf über 1900 Dollar pro Feinunze. Ebenso gab es einen signifikanten Preisanstieg nach Beginn des Ukrainekrieges oder nach den Terroranschlägen vom 9. September 2001.<BR /><BR /><embed id="dtext86-64235601_quote" /><BR /><BR />Doch warum steigt der Goldpreis in Krisenzeiten? Die Antwort liegt sozusagen in der Natur des Menschen, der sich in unsicheren Zeiten nach krisenfesten Anlagen umschaut. „Sparer betrachten Gold als einen sicheren Hafen in unsicheren Zeiten“, sagt Weissensteiner. <BR /><BR />Das Edelmetall hat gleich mehrere Eigenschaften, die es zum „sicheren Hafen“ machen: Gold wird in der ganzen Welt als wertvoll anerkannt, es kann nicht wie ein Unternehmen Pleite gehen und es steht nicht wie Geld uneingeschränkt zur Verfügung. <BR /><BR />Dass der Goldpreis aktuell, ohne schwerere Wirtschaftskrise, von Rekord zu Rekord eilt, ist aber auch für Fachleute nicht eindeutig zu erklären. Eine Rolle spielt wohl neben den hohen geopolitischen Risiken in der Welt, insbesondere im Nahen Osten, auch die hohe Nachfrage seitens großer Notenbanken, in erster Linie der chinesischen Zentralbank.<h3> <h3> 2. Goldpreis hängt von Realzinsen ab</h3> </h3>Geopolitische Krisen sind jedoch nur ein Treiber des Goldpreises. Ein weiterer sind die Realzins-Entwicklungen. Im Gegensatz zu Anleihen erwirtschaftet man mit Gold keine Zinsen. Je höher also die Zinsen sind, die man erwirtschaften könnte, desto unattraktiver wird die Goldanlage. „Steigen also die Zinsen, sinkt der Goldpreis, weil man zum Beispiel beim Kauf risikoloser Staatsanleihen mit garantierten Zinsen mehr Rendite erhält“, erklärt Weissensteiner. <BR /><BR />Die Opportunitätskosten für das Halten von Gold nehmen also zu. Umgekehrt gilt dasselbe: Wenn der Realzins sinkt, kaufen Anleger alternative Anlagen wie Gold. Derzeit stehen die Anzeichen auf Zinssenkungen: Sowohl die US-Notenbank Federal Reserve als auch die Europäische Zentralbank rechnen im Juli mit Zinssenkungen. <h3> <h3> 3. Goldpreis schwankt stark</h3> </h3>Der Goldpreis ist keine Einbahnstraße. Das bestätigt auch Professor Alex Weissensteiner. Dadurch, dass das Angebot und die Nachfrage den Goldpreis maßgeblich mitbestimmen, schwanken die Preise sehr stark.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1016340_image" /></div> <BR /><BR /> Dies zeigt ein Blick auf die vergangenen Jahre. „Nach der globalen Finanzkrise 2008 hatten wir auch zunächst einen starken Anstieg im Gold. Als die Krise gegen 2014 im Griff war, ist auch der Goldpreis merklich eingebrochen, und zwar mehr als 25 Prozent“, erklärt Weissensteiner. <h3><h3> 4. Gold ist nicht gleich Gold</h3> </h3>Es gibt mehrere Möglichkeiten, in Gold zu investieren. Neben dem Kauf von physischem Gold in Form von Münzen oder Barren gibt es auch andere Formen, wo man in börsenorientierte Wertpapiere investiert, die die Entwicklung des Goldpreises nachbauen, oder in Investment-Fonds einzahlt, die in Goldminen investieren. <BR /><BR />Was beim Investment in physisches Gold unbedingt beachtet werden muss: Das Problem der sicheren Lagerung. „Die Goldmünzen oder Barren müssen auch sicher gelagert werden und dafür entfallen ebenfalls weitere Kosten“, erklärt Weissensteiner. <BR /><BR />Es mache daher häufig Sinn, sozusagen fertige Produkte zu kaufen, die am Markt aktiv gehandelt werden, sodass die Kauf- und Verkaufsspesen geringgehalten werden und auch nicht zusätzliche Lagerhaltungskosten im Privatbereich anfallen.<h3> <h3> 5. Gold nur ein kleiner Teil im Portfolio </h3> </h3>Dadurch, dass sich der Goldpreis zumeist gegenläufig zur Kursentwicklung von anderen Anlageklassen wie Aktien und Anleihen verhält, ist Gold ein stabilisierender Faktor in einem Portfolio. Es federt sozusagen den Effekt von Marktturbulenzen ab. <BR /><BR />„Daher macht es durchaus Sinn, einen kleinen Teil in Gold anzulegen. Doch wenn ich klein sage, dann nicht mehr als 5 bis 10 Prozent“, sagt Weissensteiner. Für einen breit gestreuten Investor spiele Gold daher kaum eine Rolle. Das Edelmetall helfe eher in Krisenzeiten, wo andere Anlageformen schwächeln, übergangsmäßig aus. <h3> <h3> 6. Goldanlage je nach Einzelfall unterschiedlich </h3> </h3>„Ob eine Veranlagung in Gold tatsächlich Sinn macht, muss wirklich auf die einzelne Situation geprüft werden“, betont Weissensteiner. Der Prozentsatz im Portfolio hängt besonders davon ab, welche anderen Anlagekategorien als Beimischung bereits im Portfolio zu finden sind. Wenn bereits andere Edelmetalle, Kryptowährungen oder Sachwerte darin zu finden sind, ist der Platz für Gold bereits von vornherein begrenzt. <BR /><BR />