Freitag, 24. Juli 2020

Grenzübergreifende Sorgen im Hotel- und Gastgewerbe

Die deutschsprachigen Verbände der Hotellerie und Gastronomie tauschten sich kürzlich im Rahmen einer Videokonferenz über die national unterschiedlichen Herausforderungen der Corona-Krise und die Bewältigung der verheerenden Langzeitfolgen für die Branche aus. Für den Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) nahm Präsident Manfred Pinzger am virtuellen Treffen teil.

Hotels und Restaurants verzeichnen vorwiegend Businesskundschaft.
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Hotels und Restaurants verzeichnen vorwiegend Businesskundschaft. - Foto: © shutterstock
Eine wirkungsvolle Maßnahme sähen die deutschsprachigen Verbände in einem einheitlichen Vorgehen bei der Erweiterung der Reisefreiheit innerhalb von Europa und bei der Anwendung der unterschiedlichen Branchen-Schutzkonzepte. Die geltenden Schutzkonzepte der Tourismusbranche unterscheiden sich von Land zu Land oder sogar innerhalb eines Landes stark. Das führt zu Verunsicherung bei den Gästen und dämpft somit das Geschäft.

Betriebe schauen in düstere Zukunft


Während Betriebe im deutschsprachigen Raum, die auf den Freizeittourismus und entsprechende Nahmärkte fokussiert sind, langsam steigende Buchungszahlen vermelden, so verzeichnen Hotels und Restaurants mit vorwiegend Businesskundschaft, oder mit Fokus auf Fernmärkte weiterhin eine niedrige Auslastung.

Da sich dies in diesem Jahr nur langsam verbessern wird, schauen diese Betriebe in eine düstere Zukunft. „Wir müssen der Öffentlichkeit und insbesondere der Politik klar aufzeigen, dass wir hier von 2 Teilbranchen mit großen Unterschieden bezüglich Kundschaft und Angebotsgestaltung reden“, meint HotellerieSuisse Präsident Andreas Züllig stellvertretend für alle Beteiligten. Einschneidend ist auch, dass die Regierungen und einige Unternehmen weiterhin das Arbeiten im Homeoffice empfehlen und Dienstreisten untersagen.

Gewonnenes Profil nutzen

Die deutschsprachigen Verbände sind sich einig, dass sie die Anliegen der Hotellerie und Gastronomie während der Corona-Krise in der Politik mit Nachdruck vertreten konnten und die Branche politisches Gehör gefunden hat. Das in den vergangenen Monaten gewonnene Profil muss nun genutzt werden, um für die besonders stark betroffenen Betriebe und Regionen aller Größenordnungen weitere Unterstützung zu erwirken.

„Je nach Land geht es hier um die Verlängerung der Kurzarbeit, um nicht rückzahlbare Zuschüsse zu Betriebskosten, um Senkungen der Mehrwertsteuer oder um die Stundung von Rückzahlungen für Überbrückungskredite und Darlehen“, informiert HGV-Präsident Manfred Pinzger.

Die Hotel- und Gastronomieverbände aus Deutschland, Südtirol, Liechtenstein, Luxemburg, Österreich und der Schweiz treffen sich einmal jährlich zu einem Austausch. Das diesjährige Treffen auf Einladung von HotellerieSuisse war ursprünglich in Solothurn geplant, musste jedoch aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden.

Die Verbände pflegen untereinander einen regen, partnerschaftlichen und konstruktiven Austausch, um gemeinsame Herausforderungen meistern zu können. „Dabei ist inzwischen ein Netzwerk entstanden, das für die verbandspolitische Arbeit, auch über die Grenzen hinaus, sehr fruchtbringend ist“, unterstreicht Präsident Pinzger.

stol

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