Sonntag, 28. Juni 2015

„Grexit ist noch vermeidbar“

Ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone ist für Wifo-Chef Karl Aiginger noch nicht fix.

Foto: © APA/EPA

„Ein Grexit ist noch vermeidbar, selbst wenn er kommt, braucht er gutes Management und gegenseitige Achtung“, sagte Aiginger am Sonntag zur APA.

Niemand könne mit Sicherheit sagen, wie es weiter geht, ob es noch eine Einigung gibt, und wenn nicht, ob es einen Austritt aus Eurozone oder EU geben wird.

„Der Verlust der Gesprächsbasis gefährdet auch das Management eines Staatskonkurses und Stabilität des Bankensystems“, warnt der Wirtschaftsforscher.

Auch beim Management der Staatspleite müsse es eine Strategie geben, wie Wachstum, nicht nur in Griechenland, sondern in der Schwarzmeerregion und am Balkan unterstützt werden soll. Sich nur um Kapitalkontrollen und Bankensicherung zu kümmern, wäre zu wenig.

„Bei schlechtem Management ist eine langjährige Stagnation der Randzone und der Nachbarn Europas zu erwarten“, so Aiginger. Noch könne der Bankrott Griechenlands verhindert und die konjunkturellen Auftriebskräfte in vielen Teilen Europas genutzt werden.

Wichtig wäre es, alle Schuldzuweisungen zu vermeiden. Beide Teile seien in den Verhandlungen zu wenig auf Chancen konzentriert gewesen und zu viel auf fiskalische Aspekte.

Als Chancen betrachtet Aiginger die Mobilisierung griechischen Kapitals und Kapazitäten bei Auslandsgriechen, Jugendarbeitsplätze durch Wegfall bürokratischer Hindernisse sowie nicht abgeholtes Geld bei Strukturfonds.

apa

stol