Donnerstag, 23. August 2018

Griechen spielen mehr – wegen Finanzkrise

Die Griechen haben im Zuge der jahrelangen Finanzkrise mehr Geld für Glücksspiele ausgegeben. 2017 verzeichneten Casinos, Lotterie- und Wettunternehmen gegenüber dem Vorjahr ein Umsatzplus von 8,7 Prozent, wie die Athener Zeitung „Kathimerini“ am Donnerstag unter Berufung auf die staatliche Kontrollbehörde berichtete.

Psychologen erklärten das Verhalten mit einer Art Verzweiflung nach einer fast 8 Jahre andauernden Krise (Symbolbild).
Psychologen erklärten das Verhalten mit einer Art Verzweiflung nach einer fast 8 Jahre andauernden Krise (Symbolbild). - Foto: © shutterstock

Damit hätten die Griechen einschließlich der geschätzten Ausgaben für illegale Wettspiele mehr als 8,5 Prozent der Wirtschaftsleistung (2017: rund 187 Milliarden Euro) für Glücksspiele ausgegeben.

Psychologen erklärten das Verhalten mit einer Art Verzweiflung nach einer fast 8 Jahre andauernden Krise. Viele Bürger setzten täglich kleinere Beträge ein in der Hoffnung, mit einem Glücksspiel-Gewinn die Lebenssituation verbessern zu können. Nach wie vor ist etwa jeder Fünfte in Griechenland arbeitslos.

Den größten Umsatz machte den Angaben zufolge der private Anbieter OPAP mit knapp 4 Milliarden Euro, gefolgt von Casinos (1,6 Milliarden Euro), Lotterien (458 Millionen Euro) und der Rennbahn in Athen (knapp 41 Millionen Euro). Wie die Behörde weiter mitteilte, haben die Griechen 2017 zudem 5 Milliarden Euro für Wetten von Internet-Anbietern ausgegeben.

Schätzungen zufolge fließen zudem weitere 5 Milliarden Euro an illegale Online-Wettplattformen.

apa

stol