„Wir erwarten, dass die Regierung aktiv und öffentlich dem falschen Eindruck entgegentritt, dass Daten zwischen 2010 und 2015 manipuliert wurden“, sagte EU-Statistikkommissarin Marianne Thyssen am Mittwoch in Brüssel.Zudem müssten Elstat und dessen Mitarbeiter vor solchen Anschuldigungen geschützt werden. In Medien hatten Politiker – auch des regierenden Linksbündnisses von Alexis Tsipras – zuletzt Zweifel an Zahlen zum griechischen Defizit zwischen 2010 und 2015 geäußert.Zahlen nach oben korrigiertDer frühere Elstat-Chef Andreas Georgiou hatte nach seinem Amtsantritt die Defizitzahlen Griechenlands für 2009 stark nach oben korrigiert. Der frühere sozialistische Regierungschef Giorgos Papandreou sah sich daraufhin genötigt, um internationale Unterstützung im Schuldendilemma zu bitten.In den folgenden Jahren wurden Griechenland strikte Sparprogramme im Gegenzug für internationale Kredite auferlegt. Das jüngste Rettungspaket hatte einen Umfang von bis zu 86 Milliarden Euro.Rechtswidrigkeit wird überprüftIn den Jahren nach 2009 habe er dieselben Kriterien für die Defizitberechnung angewandt, sagte Georgiou zuletzt in einem Interview mit der Zeitung „To Vima“. Die griechische Justiz untersucht derzeit, ob Georgiou dabei rechtswidrig vorgegangen ist.Für die EU-Kommission sei klar, dass Daten zur griechischen Schuldenkrise 2010 bis 2015 verlässlich waren und gewissenhaft an Eurostat gemeldet wurden, sagte Thyssen weiter.dpa