Die ungelöste Schuldenkrise in Griechenland entzweit die europäischen Partner. Je näher das Land an den Abgrund des Staatsbankrotts rückt, desto lauter wird der Streit in Brüssel und den Hauptstädten über den richtigen Rettungskurs.Die Spannungen sind so gefährlich, dass besonnene Staatenlenker zur Mäßigung aufrufen. „Der Euro kann kein Faktor der Spaltung zwischen den Europäern sein“, warnt der italienische Ministerpräsident und frühere EU-Kommissar Mario Monti. „Es gibt nicht die Guten und die Schlechten.“In der EU wird besonders aufmerksam das gereizte Verhältnis zwischen „EU-Zahlmeister“ Deutschland und dem kleinen Griechenland beobachtet, das gerade mal zwei Prozent zur Wirtschaftsleistung der Eurozone beiträgt. Die britische Tageszeitung „The Guardian“ urteilte am Donnerstag, das Verhältnis zwischen den beiden Ländern habe „einen neuen Grad der Feindschaft“ erreicht.Berlin, Den Haag und Helsinki fahren in der Griechenland-Krise einen harten Kurs. Die Länder mit der Einsernote („AAA“) bei den Ratingagenturen wollen für das neue Hilfspaket von mindestens 130 Milliarden Euro umfangreiche Absicherungen haben.Besonders laut tritt der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager auf, der schon einmal vorsorglich warnt, das neue Programm für den Schuldensünder könnte verschoben werden – bis nach den geplanten Parlamentswahlen im April. „Das Vertrauen in Griechenland hat seinen Tiefpunkt erreicht“, sagte der streitbare Holländer der Finanzzeitung „Het Financieele Dagblad“ (Donnerstag).De Jagers Linie entspricht nicht so ganz der des Clubs der Euro-Finanzminister, wo er Mitglied ist. Die Ressortchefs wollen an diesem Montag (20.) in Brüssel den neuen Plan auf den Weg bringen. Das ist zumindest der Kurs von Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker. Der Luxemburger Premier zeigte sich am Mittwochabend – für viele überraschend – recht zuversichtlich, das äußerst komplizierte Paket bald unter Dach und Fach zu bringen. Klarheit fehlt beispielsweise immer noch über Details des Schuldenschnitts für Privatgläubiger wie Banken und Versicherungen – und über das Engagement der Europäischen Zentralbank (EZB) bei der Rettung.dpa