Die Folge sei ein „sehr heftiges und schnelles Schrumpfen“ der griechischen Wirtschaft, sagte Papaconstantinou in einem Interview mit der finnischen Zeitung „Helsingin Sanomatsaid“, das am Dienstag von seinem Büro auch an Medien in Griechenland weitergegeben wurde. Er sei sich jedoch sicher, dass in den laufenden Gesprächen eine Lösung gefunden werde.Experten der sogenannten Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) prüfen derzeit in Athen, ob das Land beim vereinbarten Abbau seiner Schulden von rund 350 Milliarden Euro vorankommt. Von der Untersuchung hängt ab, ob die fünfte Tranche über zwölf Milliarden Euro der internationalen Notkredite ausgezahlt wird.Der IWF hatte angekündigt, seinen Teil der Tranche nicht zu überweisen, wenn die Regierung in Athen keine ausreichenden Fortschritte vorweisen kann. Dann gerieten auch die Euro-Länder unter Druck, die Auszahlung ihres Anteils zu überdenken. Griechenland könnte nun im Gegenzug für die Tranche weitere Einsparungen und Privatisierungen ankündigen.Der Bericht zur Finanzlage Griechenlands werde in „den kommenden Tagen“ bekannt gemacht, sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn am Dienstag in Brüssel. Ein EU-Diplomat nannte kommenden Montag als möglichen Termin. Das Ende der Prüfung durch die Troika-Experten wurde bereits mehrfach verschoben. Griechenland hatte im vergangenen Jahr internationale Notkredite über insgesamt 110 Milliarden Euro zugesprochen bekommen. Inzwischen mehren sich die Spekulationen, dass Griechenland trotzdem ab 2012 weitere Kredite benötigen könnte.Die griechische Zeitung „Eleftherotypia“ berichtete am Dienstag, eine zweite Nothilfe über rund 60 Milliarden Euro könnte nötig sein. Papaconstantinou sagte jedoch, „es ist zu früh, um über eine mögliche weitere Unterstützung zu sprechen“. Erst müsse sich zeigen, ob sein Land im kommenden Jahr sich wieder selbst Geld am Finanzmarkt leihen könne. „Im Moment sieht es schwierig aus“, räumte der griechische Finanzminister ein.Die Lage in Griechenland soll Thema bei einem Treffen von Finanzexperten der EU-Länder am Mittwoch in Wien sein, wie Diplomaten sagten. Rehns Sprecher hob jedoch hervor, dass die Zusammenkunft ein regelmäßiges Treffen zur Vorbereitung des nächsten EU-Finanzministertreffens im Juni sei. Es handele sich auf keinen Fall um eine Krisensitzung, hieß es auch aus Diplomatenkreisen. Angaben aus Berlin zufolge soll jedoch eine vorläufige Version des Troika-Berichts beraten werden. apa/afp