Die Besteuerung auf einbehaltene Firmengewinne solle bereits 2011 auf 20 von 24 Prozent reduziert werden, sagte Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou am Samstag.Ursprünglich war der Schritt erst für 2014 geplant. „Wir unterstützen Unternehmen, die versuchen zu überleben, indem wir die Maßnahme vorziehen“, sagte der Regierungschef in seiner jährlichen Wirtschaftsansprache in Thessaloniki.Er rief die Griechen zudem zu gemeinsamen Anstrengungen zur Bewältigung der Schuldenkrise auf. „Entweder gewinnen wir zusammen, oder wir werden gemeinsam untergehen“, fügte Papandreou hinzu. Seine Regierung wolle die Reformen weiter vorantreiben.Die griechische Wirtschaft wird durch ein drakonisches Sparprogramm belastet. Die Regierung hat wegen der enormen Schuldenlast die Gehälter im öffentlichen Dienst gekürzt und die Mehrwertsteuer mehrfach angehoben. Im Gegenzug spannten EU und der Internationale Währungsfonds (IWF) einen 110 Mrd. Euro schweren Rettungsschirm, um Griechenland vor der Zahlungsunfähigkeit zu bewahren.Vor der Rede Papandreous protestierten mehrere tausend Menschen in dem EU-Mitgliedsland gegen die strikte Sparpolitik. In Thessaloniki versammelten sich rund 20.000 Demonstranten, um durch die Stadt zu marschieren. Eine Gruppe von ein paar hundert Jugendlichen versuchte später, die Absperrungen der Polizei zu durchbrechen. Die Sicherheitskräfte setzten daraufhin Tränengas ein, um die Demonstranten zurückzudrängen.In der Wählergunst liegen die regierenden Sozialisten in Griechenland trotz Sparpolitik weiter vorn. Wie aus einer am Samstag veröffentlichten Umfrage von Kappa Research nach der Kabinettsumbildung hervorgeht, bekämen die Sozialisten 29,1 Prozent Zustimmung, wenn jetzt Wahlen wären. Die oppositionellen Konservativen erhielten lediglich 21,3 Prozent.dpa/apa/ap