<BR />1.056.980 Tonnen Äpfel wurden heuer von den Bäumen geholt – das sind rund zwei Prozent mehr als im Vorjahr, wie aus den Daten der Handelskammer Bozen hervorgeht. So hoch war die Erntemenge zuletzt 2016, als 1.060.000 Tonnen geerntet worden waren.<BR /><BR />In der Branche ist man mit dem Ergebnis sehr zufrieden – sowohl was die Menge als auch was die Qualität der Früchte angeht, die von den günstigen Witterungsbedingungen profitiert haben, wie es vonseiten des Verbandes der Obstgenossenschaften (VOG) heißt, der größten Vermarktungsorganisation für Äpfel in Europa.<h3> Italien läuft gut, Deutschland unter Druck </h3>Doch so viele Äpfel müssen erst einmal auch an den Mann gebracht werden. Was bedeutet die größere Ernte im Hinblick auf den Verkauf? Beide Faktoren – Menge und Qualität – würden „eine gute Ausgangslage für die Vermarktung“ bieten, betont man beim VOG. Vor allem in Italien, dem wichtigsten Absatzmarkt, sei der Marktverlauf positiv.<BR /><BR />„Unter Druck ist dagegen der Apfelmarkt aktuell in unserem wichtigen Exportmarkt Deutschland, wo die hohen lokalen Erntemengen und der rückläufige Konsum für Herausforderungen sorgen“, heißt es vonseiten der Genossenschaft.<BR /><BR />Als wichtige Stütze hätten sich mittlerweile außereuropäische Märkte in Süd- und Mittelamerika sowie im Mittleren Osten erwiesen.<BR /><BR />Entscheidend ist für die heimischen Vermarkter immer auch ein Blick auf die anderen Produktionsländer, zum Beispiel die Türkei, die zu den bedeutendsten Apfelanbaugebieten der Welt zählt. „Nach den Frühjahrsfrösten hatten die Bauern dort bei der Ernte heuer mit erheblichen Ausfällen zu kämpfen. Die geringe Apfelernte könnte in den kommenden Monaten zusätzliche Spielräume für uns öffnen“, heißt es vom VOG.<h3> Die wichtigsten Sorten </h3>Zurück zur heimischen Ernte: Ein Blick auf den Sortenspiegel zeigt, dass der Golden Delicious nach wie vor dominiert, auch wenn sein Anteil in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen hat. Derzeit machen Golden rund ein Viertel der gesamten Apfelmenge aus; noch vor zwei Jahren waren es 30 Prozent gewesen. Dahinter rangieren Gala, die mit rund 19 Prozent der Menge stabil blieben, sowie Cripps Pink (Pink Lady) mit rund 10 Prozent, die erneut zulegen konnten. Neue Sorten und Clubsorten wie Jazz, Envy, Kanzi, Ambrosia usw. konnten ebenfalls zulegen und kommen zusammengenommen mittlerweile auf einen Anteil von 18 Prozent.<h3> Die Bilanz in Italien </h3>Bekannt gegeben wurden gestern auch die Zahlen für ganz Italien: Insgesamt wurden nach Angaben des Dachverbandes der italienischen Obstwirtschaft Assomela rund 2,3 Millionen Tonnen Äpfel geerntet – in etwa gleich viel wie im Vorjahr. Hinter dem Hauptproduzenten Südtirol rangieren mit deutlichem Abstand das Trentino, wo die Menge heuer rund 517.000 Tonnen Äpfel erreicht hat (plus acht Prozent gegenüber 2024) und das Piemont mit 254.000 Tonnen (minus zehn Prozent).