Freitag, 10. Juni 2016

Größter US-Bauernverband signalisiert Ja zu Monsanto-Übernahme

Der größte US-Bauernverband hat Zustimmung zu der geplanten Übernahme des amerikanischen Saatgutriesen Monsanto durch den deutschen Chemiekonzern Bayer signalisiert.

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Der Chefökonom und Vize-Geschäftsführer der American Farm Bureau Federation, Bob Young, hob im „Handelsblatt“ vom Freitag die Vorteile hervor: „mehr Produkte durch engere Zusammenarbeit von Pflanzenschutz und Saatgutentwicklung.“

Neue Produkte könnten schneller bei den Landwirten ankommen: „Ein Unternehmen mit umfassenden Ressourcen könnte die Markteinführung beschleunigen.“

Allerdings müsste Bayer mehr darüber informieren, was es mit Monsanto vorhabe, forderte Young. Wichtig sei vor allem, die Forschungsmittel für Landwirtschaft nicht zu kürzen. Bisher gibt Monsanto laut „Handelsblatt“ jährlich 1,5 Mrd. Dollar (1,3 Mrd. Euro) für Forschung und Entwicklung aus, rund zehn Prozent seines Umsatzes. Diesen hohen Wert solle Bayer zusichern: „Das würde uns sehr beruhigen“, sagte Young.

Die American Farm Bureau Federation äußerte sich damit deutlich weniger kritisch zu der geplanten Übernahme als die National Farmers Union. Deren Vorsitzender Roger Johnson befürchtet steigende Preise und meldete Widerstand an. Mit knapp sechs Millionen Mitgliedern ist das Farm Bureau aber deutlich größer als der Konkurrenzverband, der auf rund 200.000 Mitglieder kommt.

Bayer hatte vor gut zwei Wochen sein Interesse an Monsanto öffentlich gemacht. Der Leverkusener Konzern bietet 62 Mrd. Dollar für den Saatgut- und Pflanzenschutzhersteller. Monsanto lehnte ab, signalisierte aber Gesprächsbereitschaft.

apa/afp

stol