Donnerstag, 14. Dezember 2017

Groll statt Roll – Südtirols Frächter sind genervt

Die Hälfte aller RoLa-Züge von Brenner nach Wörgl und umgekehrt fallen zurzeit aus, grollen am Donnerstag die Frächter im lvh. Die Zahl mag zu hoch gegriffen sein, meint Elmar Morandell im STOL-Gespräch, der Ärger unter den Warentransporteuren ist aber dennoch groß.

Die RoLa rollt nicht. - Foto: Bahnbilder
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Die RoLa rollt nicht. - Foto: Bahnbilder

Der Wirtschaft geht es wieder gut, die Warenflüsse steigen. Eigentlich müsste Elmar Morandell, Obmann der Frächter im lvh, guter Dinge sein. Mehr Ware bedeutet immerhin mehr Transport. Aber Morandell ist verärgert, „ich bin der erste Frächter-Obmann der sagt, wir würden gerne die Bahn benutzen. Aber die Bahn funktioniert nicht.“

Derzeit fallen 50 Prozent der Züge vom Brenner nach Wörgl und umgekehrt aus, hält der lvh am Donnerstag in einer Stellungnahme fest. Auf STOL-Nachfrage korrigiert Obmann Morandell die Zahl nach unten, die Ausfälle seien mit 30 Prozent anzusetzen, aber man wolle die Leute in Wien „endlich wachrütteln“.

Morandell: Hallo Wien, bitte antworten!

In Wien hat der Anbieter der Rollenden Landstraße (RoLa), die Rail Cargo Operator, ihren Sitz. Und von der möchte man wissen, warum seit Beginn dieser Woche wieder Züge am Brenner oder in Wörgl festsitzen. Aus Wörgl oder vom Brenner, erhalte er auf seine Frage keine Antwort, erklärt ein genervter Morandell.

Natürlich könne es zu wetterbedingten Ausfällen kommen, meint der Frächter, der als Besitzer des Transportunternehmens EMT selbst auf die integrierte Logistik setzt. „Es kann auch zu Unfällen beim Be- und Entladen kommen, oder ein Lkw springt mal nicht an“, sucht Morandell nach möglichen Gründen für die Zeitverzögerungen, die sich in den vergangenen sechs Monaten häuften.

Aber, dass man ihm keine genauen Informationen geben kann, das ärgert ihn. Und zwar so richtig. Gerade auch wegen des rasant zunehmenden Onlinehandels – der oft den Gratis-Rückversand von Waren vorsieht – habe der Warentransport zugenommen, erklärt Morandell. Damit aber die Ware pünktlich bei den Kunden ankommt, muss auch die RoLa rollen. Deshalb fordert Elmar Morandell – im Namen seiner Kollegen – einen „reibungslosen uneingeschränkten Verkehrsfluss“. Und Antwort aus Wien.

stol/aw

stol