„Miserabel“ war der Dezember im Vergleich zu 2019 für den „Gassenwirt“ in Kiens. „Sehr, sehr verhalten“ war die Lage beim „Gasthof zum Hirschen“ in Jenesien und bis zu 30 Prozent schlechter im „Gasthaus Post“ in Maria Trens in Freienfeld. „Immerhin hatten wir geöffnet“, gibt sich der „Saalerwirt“ in Saalen bei St. Lorenzen etwas optimistischer. <BR /><BR />Eine Umfrage bei den Mitgliedern der Gruppe „Südtiroler Gasthaus“ des Hoteliers- und Gastwirteverbands HGV spricht Bände: Die Pandemie hat dem gastronomischen Weihnachtsgeschäft erneut einen „sehr fetten“ Strich durch die Rechnung gemacht, wie der Berggasthof Dorfner in Gschnon, Montan beschreibt. Green Pass und Omikron-Variante dämpften beim Großteil der Südtiroler Unternehmen die weihnachtliche Feierlaune, was den Ausfall zahlreicher Firmenessen bedeutete. <BR /><BR />„2019 fanden bei uns sicher 20 Weihnachtsessen statt. Heuer waren es 3“, berichtet das Gasthaus Lamm „Mitterwirt“ in St. Martin in Passeier. Viele Unternehmen hätten ihre Weihnachtsessen verschoben oder in den eigenen Hallen abgehalten. Auch an Silvester seien die Buchungen heuer bescheidener, zudem kämen die Gäste nur noch zu zweit oder zu viert: „Mit der 2G-Regelung ist die Nachfrage stark zurückgegangen. Im Vergleich zu früher fehlen uns heuer geschätzt 60 Prozent der Gäste“, so der „Mitterwirt“. <BR /><BR />Auch am „Kircherhof“ in Albeins bei Brixen fanden nur wenige Feiern statt, vor allem von kleinen Familienunternehmen: „Keine Firma wollte die Verantwortung übernehmen, nach einer Feier viele Neuinfizierte zu haben. Auch wollte man vielleicht die Ungeimpften nicht ausschließen und hat stattdessen gar nicht oder betriebsintern gefeiert.“ <BR /><BR />Kleinere Feiern, vor allem von Handwerksbetrieben, gab es auch am „Gasthof zum Hirschen“ in Jenesien: „Alle Essen mit mehr als 12 Personen wurden storniert. Allerdings haben wir mehrere Säle, wodurch jede Firma für sich selbst bleiben konnte. Das wurde besonders heuer sehr geschätzt.“ <BR /><BR />Vor allem die kurzfristigen Stornierungen sind ein Problem, berichtet der Berggasthof „Dorfner“: „Große Buchungen von mehr als 30 Personen gibt es nicht mehr, und am Tag vor der Reservierung werden meist ein Drittel wegen Quarantäne, Angst oder anderem wieder storniert. Das ist gesundheitlich verständlich und zu begrüßen, wirtschaftlich aber ein großes Problem: Ein- und Verkauf stimmen auf keinen Fall mehr zusammen.“ <BR /><BR />Stornierungen größerer Gruppen gab es auch im Restaurant „Patauner“ in Siebeneich: „Die Gäste sind vorsichtiger geworden. Und: Sie schätzen es, dass wir die Regeln einhalten und kontrollieren.“ Grundsätzlich sei man zufrieden: „Der Rest vom Jahr war sehr gut, der Dezember etwas verhaltener. Aber das passt so.“ <BR /><BR />Und auch im „Saalerwirt“ regt sich Optimismus: „Die Lage beruhigt sich etwas: Es werden auch wieder größere Gruppen gebucht.“