Im Großhandel bleibt die Konjunkturlage tendenziell günstig. Fast neun von zehn Unternehmen zeigen sich mit ihrer Ertragslage zufrieden. Vielen Betrieben ist es gelungen, die gestiegenen Kosten durch höhere Verkaufspreise auszugleichen und damit ihre Ertragslage zu sichern. Die Umsatzerwartungen bleiben positiv, wenn auch etwas verhaltener als noch im Frühjahr. Zugleich berichten die Unternehmen von steigenden Investitionen.<BR /><BR />Im Einzelhandel erwarten 85 Prozent der Unternehmen für 2026 eine zumindest zufriedenstellende Ertragslage. Hinter diesem Wert verbirgt sich allerdings deutlich weniger Zuversicht als noch im Vorjahr: Nur acht Prozent rechnen mit einer guten Ertragslage, 76 Prozent mit einer befriedigenden und 15 Prozent mit einer schlechten. Für 2025 hatten noch 23 Prozent ihre Ertragslage als gut eingestuft.<h3> Wanderhandel leidet</h3>Auch zwischen den einzelnen Sparten gibt es große Unterschiede. Vergleichsweise günstig sind die Aussichten bei Super- und Minimärkten. Im Handel mit Nahrungsmitteln und Getränken hat sich das Bild gegenüber 2025 ebenfalls verbessert. Angespannter ist die Lage hingegen bei Einrichtungsgegenständen und Haushaltswaren: Dort rechnen 27 Prozent mit einer schlechten Ertragslage. Besonders schlecht fallen die Erwartungen in der vom Wifo zusammengefassten Kategorie Wander- und Onlinehandel aus: 37 Prozent der Betriebe rechnen dort mit einer schlechten Ertragslage. Zum Wanderhandel zählt vor allem der Verkauf auf Märkten. Auch in der Bekleidungsbranche bleibt das Geschäftsklima verhalten.<BR /><BR />„Die aktuelle Saison macht die schwierige Lage des Wanderhandels deutlich sichtbar. Insbesondere ist der ausgleichende Effekt der Touristenpräsenz gegenüber der zurückhaltenden Kaufkraft der einheimischen Kundschaft heuer ausgeblieben. Der Sektor verzeichnet in allen Landesteilen eine Abschwächung der Geschäftstätigkeit“, so Elena Messina Bonaldi, Präsidentin von Confesercenti Südtirol.<BR /><BR />Ein uneinheitliches Bild zeigt sich auch im Handel und in der Reparatur von Kraftfahrzeugen. Fast ein Drittel der Betriebe rechnet mit einer wirklich guten Ertragslage, rund ein Fünftel hingegen mit einer schlechten. Die Investitionstätigkeit bleibt schwach und unterstreicht die weiterhin vorhandene Unsicherheit in der Branche.<h3> „Kleine Unternehmen unterstützen“</h3>„Der Großhandel fährt auf stabilem Kurs, im Einzelhandel ist die Straße hingegen holprig: Hohe Kosten, schwache Margen und Kaufzurückhaltung bremsen viele Betriebe. Jetzt braucht es Rückenwind durch weniger Bürokratie, verlässliche Rahmenbedingungen und mehr Kaufkraft“, so hds-Präsident Philipp Moser. <BR /><BR />Handelskammerpräsident Michl Ebner verweist vor allem auf die Belastung durch höhere Kosten: „Der neuerliche Kostenanstieg infolge der internationalen geopolitischen Spannungen kommt zu den strukturellen Herausforderungen hinzu, mit denen die Händlerinnen und Händler konfrontiert sind.“ Insbesondere kleine Unternehmen müssten unterstützt werden, „um die Vitalität unserer Städte und Dörfer zu erhalten und die Beschäftigung zu sichern“.