Andrew Mason, Gründer und Geschäftsführer von Groupon, hatte das, wovon Millionen von Geschäftsleuten und Unternehmer träumen: Die richtige Idee zur richtigen Zeit.Seine Idee ist einfach und überzeugt Millionen – derzeit vor allem in den USA, aber zunehmend auch in Europa: Groupon – eine Wortmischung aus Coupon und Gruppe – bietet online jeden Tag bestimmte Produkte zu Mengenrabatten an, vorausgesetzt, es finden sich genügend Interessenten dafür. Ein Unternehmer – egal ob er ein Hotel oder einen Friseursalon hat, Computer, Reisen oder Kinotickets verkauft – bietet über Groupon ein gewisses Produkt für einen deutlich günstigeren Preis an, als im Handel.Der Deal gilt nur dann, wenn eine Mindestanzahl von Personen das Produkt innerhalb von 24 Stunden kauft. Der Verkäufer legt die minimale Kundenanzahl – es können 20, 150 oder 2500 sein – selbst fest. So hat er die Garantie, dass ein bestimmter Absatz für sein Produkt gesichert ist. Er kann so einen Mengenrabatt gewähren, völlig ohne Risiko. Entscheidet sich ein Käufer für ein Produkt, bezahlt er sofort. Hat man kein Produkt gekauft, sondern einen Service, wird der Gutschein per E-Mail zugesandt, ausgedruckt und vor Ort eingelöst.Die Groupon-Nutzer sparen so oft 50 Prozent und mehr. Das Angebot ist immer nur dann gültig, wenn die erforderliche Anzahl an Käufern zusammenkommt. Geschieht das nicht, verfällt es. Am darauffolgenden Tag bietet Groupon einen neuen Deal mit einem neuen Produkt an.Regionales Grouponing: Total lokal Für viele Angebote – Computer, Schmuck, Wein oder ein Wochenendurlaub – funktioniert das problemlos, nicht aber für Dienstleistungen. Denn kaum einer fährt wohl von Bozen nach Bari, um sich etwa für 25 Euro eine Dauerwelle machen zu lassen. Deshalb hat die Website seine Angebote auf Städte ausgeweitet. Mittlerweile gibt es für hunderte von Städten und Regionen weltweit Angebote, die auf die jeweilige Zone zugeschnitten sind: ein Abendessen, eine Wellnessbehandlung, eine Weinverkostung oder eben ein Haarschnitt. Angeboten wird, was die Unternehmer der jeweiligen Stadt bzw. Region über Groupon verkaufen wollen. Groupon verdient an der Provision, die für jedes abgeschlossene Geschäft vom Verkäufer bezahlt wird.Nach eigenen Angaben ist Groupon in 35 Ländern aktiv und hat mehr als siebzig Millionen registrierte Nutzer.Wer an den Angeboten für seine Stadt interessiert ist, kann sich via E-Mail täglich über die neuesten Deals informieren lassen und sofort zuschlagen. Aber auch auf Facebook und Twitter postet Groupon seine neuesten Angebote. Wer ein Angebot akzeptiert, ist verpflichtet, es zu kaufen. In Bozen (noch) unbekannt Groupon ist in Amerika schon so bekannt, dass es mit „grouponing“ mittlerweile ein eigenes Verb dafür gibt – ein untrügliches Zeichen dafür, dass das Web- Geschäftsmodell den Nerv der Menschen getroffen hat. In Südtirol macht Groupon derzeit kaum Geschäfte, die Seite ist hierzulande beinahe unbekannt. Lediglich 295 (Stand 15. Juni 2011) Fans „gefällt“ die Facebook-Seite „Groupon Bolzano“ derzeit. Dementsprechend mager sind auch die Angebote der lokalen Wirtschaft. Andrew Mason dürfte das egal sein, er will jetzt an die Börse. Denn der Wert von Groupon wird derzeit auf ca. 20 Milliarden Dollar geschätzt. Rupert Bertagnolli