“Laut Untersuchung nimmt der junge Wirtschaftszweig der erneuerbaren Energien im Vergleich zu anderen Zweigen in Südtirol einen geringeren Stellenwert ein, birgt aber großes Potenzial für die Zukunft, da 30 Prozent der erhobenen Betriebe in den letzten fünf Jahren gegründet worden sind“, erklärte Stefan Perini vom WIFO und unterstrich dabei die positiven Auswirkungen des Megatrends der green Economy.Für das Baugewerbe und den Tourismus haben die Wissenschaftler eine qualitative Analyse durchgeführt, um Berufe zu identifizieren, die nötig sind, um die negativen Auswirkungen auf die Umwelt einzudämmen. Nach verschiedenen Treffen mit Arbeitern aus unterschiedlichen Branchen haben die Experten insgesamt 21 Berufe im Bereich „Nachhaltiges Bauen“ ermittelt: Von Planern, die energetische Konzepte für neue Gebäude entwickeln, bis hin zu Experten für ökologische Baumaterialien, Baustellenleitern und Prüfern. Im Tourismus hingegen haben sich Berufe herauskristallisiert wie Fremdenführer, die ihre Gäste besonders auf ökologische Themen aufmerksam machen oder Berater, die den Hoteliers in Sachen Umweltschutz nützliche Tipps geben. Die internationale Arbeitsorganisation ILO und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP hat die green Jobs als Berufe definiert, die die Umweltverschmutzung durch den Menschen verringern, die Biodiversität und die Ökosysteme schützen, erneuerbare Energien produzieren, den Strom-, Material- und Wasserverbrauch reduzieren und zur Müllvermeidung beitragen. „Jeder Beruf wird sich zu einem grünen Beruf entwickeln. Alle Bildungseinrichtungen vom Kindergarten über die Mittel- und Oberschule bis zur Universität müssen dem Rechnung tragen und aktiv das Umdenken der Bevölkerung fördern und neue Ausbildungswege anbieten“, so die Vision von Günther Cologna, Leiter des Projekts und von EURAC education.Innovation und Entwicklung in puncto Nachhaltigkeit seien sehr eng mit der Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften verbunden und daher ergebe sich die Schlüsselfunktion der Aus- und Weiterbildung, so Cologna.