Besonders kritisch bewertet Coldiretti die Entwicklung auf dem Olivenölmarkt. Der Preis für 100 Prozent italienisches Olivenöl extra sei innerhalb eines Jahres um rund 50 Prozent gefallen, während die Anbaukosten weiter gestiegen seien. Nach Angaben des Studienzentrums Divulga hätten sich die Kosten um mehr als 200 Euro pro Hektar erhöht. Der Verband verweist zudem auf Ungleichgewichte bei Produktion, Verbrauch und Importen. Italien produziere jährlich rund 234 Millionen Liter natives Olivenöl extra, verbrauche etwa 460 Mio. Liter und exportiere rund 320 Mio. Liter. Gleichzeitig würden mehr als 545 Mio. Liter aus dem Ausland eingeführt. Coldiretti sieht darin Hinweise auf Missbrauch bei der Herkunftskennzeichnung und fordert strengere Kontrollen.<h3> Bauernverband fordert Aussetzung zollfreier Olivenölimporte aus Tunesien</h3>In einem der Regierung übergebenen Forderungskatalog verlangt der Verband unter anderem mehr Inspektionen entlang der gesamten Lieferkette, eine konsequente Anwendung der Vorschriften gegen unlautere Handelspraktiken und Verkäufe unter Produktionskosten sowie eine lückenlose Rückverfolgbarkeit von Oliven und Olivenöl. Zudem fordert Coldiretti die Aussetzung zollfreier Olivenölimporte aus Tunesien und ein Ende bestimmter Veredelungsverfahren für importiertes Öl.<BR /><BR />Auch beim Hartweizen beklagt der Verband einen starken Preisdruck. Nach Angaben von Coldiretti versuchten Händler und Verarbeiter derzeit, während der Ernte in Sizilien Hartweizen für lediglich 19 Cent pro Kilogramm aufzukaufen. Dies sei für die Landwirte nicht tragbar. Zugleich kritisiert der Verband die Einfuhr aus dem Ausland von Getreide, das mit Glyphosat behandelt worden sei. Coldiretti fordert daher verstärkte Kontrollen zur Überprüfung der Herkunft und Qualität der Produkte sowie die Anwendung bestehender Gesetze gegen Lebensmittelbetrug. Darüber hinaus verlangt die Organisation finanzielle Hilfen für die Landwirtschaft. Nach ihren Angaben sollten kurzfristig 40 Mio. Euro bereitgestellt werden, um die Produktionskosten im Rahmen von Lieferkettenverträgen zu senken.<BR /><BR />Unterdessen hat die Europäische Kommission vorgeschlagen, die Agrarreserve der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) um weitere 300 Mio. Euro aufzustocken. Die zusätzlichen Mittel sollen Landwirte unterstützen, die von den Folgen des Kriegs im Nahen Osten und gestiegenen Düngemittelpreisen betroffen sind. Zusammen mit den noch verfügbaren Mitteln der Krisenreserve könnte das Gesamtvolumen der Hilfen nach Angaben aus Brüssel auf mehr als 500 Mio. Euro steigen.