Große Einbußen gibt es auch im Apfelanbau und in der Heuernte.<BR /><BR />Das Gewitter war über das Sarntal gekommen und hatte sich im Großraum Brixen entladen. In Feldthurns und am Pfeffersberg, vor allem in Gereuth, zerschlugen Hagelkörner in Tennisballgröße Windschutz- und Heckscheiben, Autodächer, Dachfenster und -platten. <BR /><BR />Laut Andreas Sullmann, Obmann der Obstgenossenschaft Melix, war das das gesamte Melix-Einzugsgebiet vom Hagel betroffen. „Wir müssen mit Ausfällen von bis zu 80 und 90 Prozent rechnen“, sagte er gestern. Die Hagelkörner seien bis zu 5 Zentimeter groß gewesen. „Normalerweise gibt es nur punktuell Hagel, doch dieses Mal war es wirklich großräumig“, berichtet er. Das gesamte Ausmaß werde sich erst in den kommenden Tagen zeigen. <BR /><BR />Von der großen Wucht, mit der die Hagelkörner zu Boden schlugen, berichtet auch Konrad Messner, Bürgermeister von Feldthurns und Obstbauer in Schrambach. „Bei uns hat der Hagel die Äpfel zum Teil in 2 Hälften gerissen“, sagte er. <BR /><BR />Armin Gratl, Direktor der Eisacktaler Kellerei, und Fabian Schenk, Stiftsverwalter von Neustift, erklärten, dass ihre Anbauflächen mit einem blauen Auge davon gekommen seien. Es gebe im Klausner und Neustifter Raum zwar Schäden, doch sie seien verschmerzbar. Schlimmer seien die Schäden am Pfeffersberg. <BR /><BR />Dort musste die Feuerwehr Tils gestern ausrücken, um ein Stadel- und ein Hausdach zuzudecken. Der Hagel hatte die Dachplatte zerschlagen. Das gelagerte Heu war durchnässt, wie auch das am Vortag frisch gemähte Heu, das noch auf zahlreichen Wiesen rund um Brixen lag.<BR /><BR />Mit dem Hagel war mehrere Stunden ein Starkregen niedergegangen. Die Wehren von Vahrn, Brixen, Neustift und Milland mussten in der Nacht Keller und Garagen auspumpen, Bäche bändigen und Abflussschächte reinigen. Die Feuerwehr Vahrn hatte 9 Einsätze gleichzeitig abzuarbeiten. Neben voll gelaufenen Garagen und Kellern war am Vernaggenweg eine Mure abgegangen. Die Wehr musste den bis zu 40 Zentimeter tiefe Schlamm mit einem Bagger entfernen. Die Brixner Florianijünger eilten zusätzlich zu Privathaushalten, wo Dachscheiben eingeschlagen worden waren. Zudem hatte der Wind auf einer Baustelle die Abdeckplane an einem First abgetragen. In Milland war die Wehr morgens erneut im Einsatz, um Keller auszupumpen.<BR /><BR />In Albeins schlug ein Blitz in ein Mehrfamilienhaus ein und ließ die Elektrosicherungen durchschmoren. Die Privatautos, mit denen die Wehrleute zur Halle gefahren waren, wurden vom Hagel beschädigt. <BR /><BR />Die Rodenecker Wehr rückte aus, weil ein Blitz in einen Hochspannungsmast eingeschlagen hatte und ein Feuerball gesehen worden war. Der Einsatz beschränkte sich auf eine Kontrollfahrt. <BR /><BR />In Lüsen öffnete die Wehr eine Hofzufahrt, auf die 2 Bäume gestürzt waren.