Mittwoch, 18. Januar 2017

Handelskammer: „Austritt aus Euro-Zone unrealistisch“

Die Einführung des Euro habe das Wirtschaften in der Europäischen Union enorm erleichtert, heißt es in einem Schreiben aus der Handelskammer Bozen am Mittwoch. Südtirol als Brückenland profitiere besonders von der einheitlichen Währung: Die Exporte zum Beispiel in die Nachbarländer Österreich und Deutschland hätten sich vereinfacht.

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Foto: © shutterstock

Über 60 Prozent des Handels in der Europäischen Union ist Binnenhandel. Der Euro als Zahlungsmittel erleichtert den Austausch der Waren und verringert die Kosten für grenzüberschreitende Transaktionen und die Wechselkursrisiken für die Unternehmen.

„Ein gemeinsamer Wirtschaftsraum braucht eine gemeinsame Währung“, sagt Handelskammerpräsident Michl Ebner. „Vor allem für die grenznahen Gebiete, so wie es Südtirol ist, ist die gemeinsame Währung wichtig, da sie den Handel über die Staatsgrenzen hinaus bedeutend vereinfacht.“

Vorteile aus der gemeinsamen Währung ziehen jedoch alle Euro-Staaten, die stärkeren Länder genauso wie die schwächeren. Durch die gemeinsame Währung ist es den Unternehmen in den Euro-Ländern derzeit möglich sich günstig Geld zu leihen. Diese niedrigen Zinsen kurbeln die gesamte Wirtschaft an. Zusätzlich ist der Euro eine starke und stabile Währung und ermöglicht dadurch günstige Importe aus Nicht-Euro-Ländern.

„Auch Italien ist sich über diese Vorteile im Klaren, weshalb ein Austritt Italiens aus dem Euro, wie oft in den Medien spekuliert wird, unwahrscheinlich ist“, ist sich Alfred Aberer, Generalsekretär der Handelskammer Bozen sicher. „In den letzten Jahren wurde in Italien viel unternommen, um zu den stärkeren Euro-Staaten aufzuschließen: Die italienische Wirtschaft wurde mit gezielten Maßnahmen angekurbelt, der Arbeitsmarkt wurde reformiert genauso wie die öffentliche Verwaltung.“

Die gemeinsame Währung bringt allen Wirtschaftstreibenden in der Euro-Zone mehr Vorteile als Nachteile und der Euro wäre heute nicht mehr wegzudenken. „Deshalb ist ein Auseinanderbrechen der Währungsunion oder der freiwillige Austritt einzelner Staaten unrealistisch“, sagt Michl Ebner.

stol

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