Montag, 12. Dezember 2016

Handelskammer: Forschung und Entwicklung in Südtirol vorantreiben

Im Jahr 2014 wurden in Südtirol laut ISTAT/ASTAT 148 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben, das entspricht rund 0,7 Prozent des Südtiroler Bruttoinlandsproduktes (BIP). Im Vergleich zum Jahr 2013 sind die Investitionen in F&E um 12,7 Prozent gestiegen, dennoch hat Südtirol im nationalen und internationalen Vergleich viel Aufholbedarf, schreibt die Handelskammer am Montag in einer Aussendung.

Der Forschungsplatz Südtirol steht im nationalen und  internationalen Vergleich nicht gut da, kritisiert die Handelskammer.
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Der Forschungsplatz Südtirol steht im nationalen und internationalen Vergleich nicht gut da, kritisiert die Handelskammer. - Foto: © shutterstock

Der Forschungsplatz Südtirol steht im nationalen und  internationalen Vergleich nicht gut da. Mit 0,7 Prozent Forschungsausgaben gemessen am BIP liegt Südtirol im regionalen Vergleich weit hinter dem Bundesland Tirol (3,1 Prozent) und dem Trentino (1,9 Prozent). Die italienweiten Investitionen in innerbetriebliche Forschung und Entwicklung liegen bei rund 1,4 Prozent, während Österreich und Deutschland knapp über drei Prozent ihres BIPs in F&E investieren.

Südtirol von EU-Zielen weit entfernt

Die Drei-Prozent-Marke ist auch das erklärte forschungspolitische Ziel der EU bis 2020 - Südtirol ist heute davon noch weit entfernt. Um aus Südtirol sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der angewandten Forschung in den Unternehmen einen dynamischen Wissenschaftsstandort zu machen, braucht es eine breit aufgestellte Forschungsförderung und ein innovationsfreundliches Steuersystem. 

„Es ist wichtig, dass das Land Innovationsanreize für die Unternehmen schafft und die vorhandenen Fördermaßnahmen an die Kleinstrukturiertheit der Südtiroler Wirtschaft anpasst und flexibilisiert, sodass auch kleine und mittlere Unternehmen die Möglichkeit haben, die vorhandenen Potentiale voll auszuschöpfen“, ist Michl Ebner, Präsident der Handelskammer Bozen überzeugt.

In betriebsinterne Forschung und Entwicklung investieren

Es ist Aufgabe der Politik, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, die Forschung und Entwicklung in den Betrieben möglich machen. Aber es liegt auch in der Hand der Unternehmen konsequent in die betriebsinterne Forschung und Entwicklung zu investieren, um ihre Produkte, Dienstleistungen und Prozesse kontinuierlich weiterzuentwickeln. Dadurch kann auch dem schwachen Produktivitätswachstum entgegengewirkt werden.

Handelskammer bietet Innovationsberatung

„Die Handelskammer Bozen leistet ihren Beitrag, um die Innovationskultur im Lande zu fördern. Der Bereich Innovation und Unternehmensentwicklung bietet eine umfangreiche Innovationsberatung, informiert über Innovationsförderungen, leistet Hilfe bei Recherchen und bei Fragen zu gewerblichen Schutzrechten wie Patenten und Marken“, informierte der Generalsekretär der Handelskammer, Alfred Aberer. 

stol

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