Freitag, 30. Juni 2017

Handelskammer: Niederer Strompreis auch für die Südtiroler Wirtschaft

Mit dem Nachtragshaushalt, den der Landtag im Juli behandelt, soll die Möglichkeit geschaffen werden, die Strompreise für die Südtiroler Haushalte zu senken. „Auch die Südtiroler Wirtschaft sollte dabei nicht vergessen werden“, fordert Handelskammerpräsident Michl Ebner.

Mit dem Nachtragshaushalt, den der Landtag im Juli behandelt, soll die Möglichkeit geschaffen werden, die Strompreise für die Südtiroler Haushalte zu senken.
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Mit dem Nachtragshaushalt, den der Landtag im Juli behandelt, soll die Möglichkeit geschaffen werden, die Strompreise für die Südtiroler Haushalte zu senken. - Foto: © D

Italien gehört zu den Ländern mit den höchsten Strompreisen für das verarbeitende Gewerbe in Europa, schreibt die Handelskammer am Freitag in einer Aussendung. Ins Auge steche vor allem die hohen Steuern und Abgaben, welche den Strom unverhältnismäßig teuer mache.

Die Energiepreise, sprich die Strompreise, seien für viele Unternehmen im produzierenden Gewerbe hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit von zentraler Bedeutung. Die Strompreise hätten Auswirkungen auf die Produktion, die Wertschöpfung, die Arbeitsplätze, die Investitionen und den Export, so die Handelskammer.

Höherer Strompreis führt zu höheren Preisen

Ein höherer Strompreis führe zu steigenden Stückkosten in den stromintensiven Sektoren und damit zu höheren Produktionspreisen. Diese könnten zwar durch Verbesserungen im Produktionsprozess, durch Produktdifferenzierung und Management etwas ausgeglichen werden und vielleicht durch höhere Preise bei Premium-Produkten an die Kund/innen weiter gegeben werden. Fakt bleibe aber, dass die Wettbewerbsfähigkeit sänke.

Ein Teil der Auswirkungen von höheren Strompreisen baue sich über die Zeit auf. Grund dafür seien schleichende Effekte durch geringere Investitionen. Vorübergehend könnten Unternehmen niedrigere Gewinne hinnehmen, längerfristig würden sie aber die Produktion herunterfahren oder verschieben.

„Aus der Sicht der Wirtschaft ist es erforderlich und sinnvoll, für das produzierende Gewerbe in Südtirol mit hohem Stromverbrauch im Verhältnis zum Umsatz verbilligte Stromtarife vorzusehen“, schreibt die Handelskammer. Betroffen seien davon neben der Industrie vor allem Betriebe mit Kühlanlagen, Öfen und großen Fertigungsmaschinen, wie zum Beispiel Bäckereien, Konditoreien, Metzgereien, Tischlereibetriebe, Maschinenbauer, Drucker oder Betriebe mit Kühlprodukten.

stol

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