Mittwoch, 30. August 2017

Handwerk unter Strom: "Wer weniger konsumiert, zahlt mehr"

Die Strompreise stellen für viele Betriebe nach wie vor eine großen Belastung dar. Laut einer national durchgeführten Untersuchung zahlen die italienischen Klein- und Mittelbetriebe (KMU) 29 Prozent mehr als Betriebe in den anderen europäischen Ländern. Und die Kluft scheint zukünftig sogar noch größer zu werden.

Bereits mehrmals hat das Handwerk auf die hohen Energiekosten aufmerksam gemacht und gerechtere Strompreise verlangt. Bis dato leider ohne Erfolg.
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Bereits mehrmals hat das Handwerk auf die hohen Energiekosten aufmerksam gemacht und gerechtere Strompreise verlangt. Bis dato leider ohne Erfolg.

Der nationale Handwerkerverband hat jüngst eine Studie veröffentlicht, die belegt, dass italienische Betriebe im europäischen Vergleich 29 Prozent mehr Stromkosten zu tragen haben. Konkret bedeutet dies jährlich einen zusätzlichen Kostenaufwand von 2.572 Euro pro Betrieb. Allein im dritten Trimester diesen Jahres wurde im Vergleich zu drei Monaten zuvor, eine Erhöhung von 383 Euro verzeichnet.

"Warum sie mit zusätzlichen Spesen bestraft werden, ist für die Betriebe schwer nachvollziehbar. In die Höhe getrieben werden die Energiepreise vor allem aufgrund von steuerlichen und sozialversicherungstechnischen Verpflichtungen, welche 39,7 Prozent des Gesamtbetrages der Stromrechnung ausmachen", beanstandet lvh-Chef Gert Lanz. 

Kleine Betriebe zahlen prozentuell mehr als Großunternehmen

Trotz Kritik und Protest der Handwerksunternehmer hat sich in den letzten Jahren wenig getan. „Bedrückend ist, dass sich die Situation kurz- und mittelfristig nicht verbessern wird und diese zusätzlichen Kosten negative Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen haben“, betont Lanz. Absurd sei auch, dass gerade die Kleinen dem Mechanismus „wer weniger konsumiert, zahlt mehr“ zum Opfer fallen. 

Der lvh überprüft für Mitglieder kostenlos die Stromrechnungen und weist auf Optimierungsmöglichkeiten hin. Im November ist eine Tagung zum Thema geplant.

stol

stol