Der Klimawandel macht Italiens Haselnüssen zu schaffen. Bereits das dritte Jahr in Folge kämpfen die Produzenten in Piemont, der Toskana, Latium und Kampanien mit erheblichen Ertragseinbußen. Dieses Jahr fällt der Ausfall besonders stark aus.<BR /><BR />Große Hitze Ende Juni und Anfang August machte rund 60.000 Tonnen Haselnüsse zunichte. Das entspricht etwa 60 Prozent der gesamten italienischen Ernte, wie der Landwirtschaftsverband Agricoltori Italiani (CIA) berichtet. Hinzu kommt, dass auch in der Türkei – dem weltweit größten Haselnussproduzenten – starke Ernterückgänge verzeichnet wurden. Dort sind rund 250.000 Tonnen der Nüsse dem Frost im Frühjahr zum Opfer gefallen.<h3> Preisanstieg von 120 Prozent</h3>„Insgesamt fehlen damit über 300.000 Tonnen Haselnüsse am Weltmarkt, was mehr als 25 Prozent der globalen Verfügbarkeit entspricht“, berichtet Ulrich Zuenelli, Verwaltungsratspräsident von Loacker. „Dementsprechend sind die Preise für die neue Ernte weltweit explodiert – von 7,20 Euro auf aktuell 16 Euro.“<BR /><BR />Das entspricht einem Anstieg von rund 120 Prozent, den vor allem Italiens Süßwarenhersteller deutlich zu spüren bekommen – auch Loacker. Wer jedoch Menge und Qualität sichern will, müsse diese Preise zahlen. „Das gilt auch für unsere Bezüge von unseren italienischen Vertragsbauern, da deren Preise an die internationalen Marktpreise gekoppelt sind“, so Zuenelli. Der Waffelproduzent bezieht seine Haselnüsse ausschließlich aus Italien – teils von eigenen Plantagen, teils von langjährigen Vertragsbauern.<h3> „Moderater Preisanstieg nicht zu vermeiden“</h3>Doch werden die beliebten Loacker-Produkte bald teurer? „Eine konsolidierte Aussage zu den Auswirkungen auf unsere Preise können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht treffen“, sagt der Verwaltungsratspräsident. „Wir sind jedoch bestrebt, die Belastung für unsere Kundinnen und Kunden so gering wie möglich zu halten. Angesichts der Gesamtlage wird sich ein moderater Preisanstieg allerdings nicht vermeiden lassen.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1228296_image" /></div> <BR /><BR />Zumal nicht nur Haselnüsse betroffen sind. „Auch bei einem anderen strategisch wichtigen Rohstoff wie Kokosöl verzeichnen wir starke Preissteigerungen“, so Zuenelli. Ebenso liegen die Preise für Kakao weiterhin über dem langjährigen Durchschnitt. <BR /><BR />„In Summe stellen uns die Entwicklungen der Rohstoffpreise als Unternehmen vor große Herausforderungen, die sich zu den negativen Auswirkungen der Zölle in einem für uns strategisch wichtigen Markt – den USA – dazugesellen“, fasst Zuenelli zusammen.