Der Ministerrat feilt derzeit am Haushaltsgesetz für das kommende Jahr. Es ist das fünfte der Regierung Meloni und zugleich eines der bedeutendsten, in Anbetracht dessen, dass 2027 ein Wahljahr ist. Ein Haushalt mit Steuerentlastungen käme als Wahlkampf-Schub gerade zurecht. <BR /><BR />Vor diesem Hintergrund will die Mitte-Rechts-Regierung die im Vorjahr angestoßene Reform der Einkommenssteuer (Irpef) fortführen. Nachdem der Steuersatz für mittlere Einkommen (28.500 bis 50.000 Euro) im Jahr 2026 von 35 auf 33 Prozent gesenkt wurde, soll dieser nun auf Einkommen bis zu 60.000 Euro ausgeweitet werden. Zwischen 50.000 und 60.000 Euro würde der Spitzensteuersatz damit von 43 auf 33 Prozent fallen. Kostenpunkt: geschätzte 1,2 Milliarden Euro. Außerdem sollen die kollektivvertraglichen Lohnerhöhungen weiter nur mit fünf Prozent besteuert werden.<h3> Forza Italia: Steuerentlastung fürs Weihnachtsgeld</h3>Ein weiterer Vorschlag, den Forza Italia aus der Schublade gezogen hat, ist eine Steuerentlastung beim Weihnachtsgeld. Laut Medienberichten wird über eine Reduzierung auf 15 Prozent für Einkommen bis zu 15.000 Euro nachgedacht. Dies könnte zu einer Netto-Einsparung auf dem Lohnzettel von 200 bis 500 Euro führen – je nach Einkommen. Zudem fordert die Partei steuerliche Vereinfachungen für Freiberufler und Selbstständige inklusive einer Ausweitung der pauschalen Besteuerung (Flat Tax).<h3> Lega: Pension mit 64 im Gespräch</h3>Bereits im Haushaltsgesetz 2026 verankert ist die Änderung des Renteneintrittsalters, welches sich ab 2027 um einen Monat erhöht und damit bei 67 Jahren und einem Monat liegen wird. 2028 kommen weitere zwei Monate hinzu. <BR /><BR />Lega-Chef Matteo Salvini äußerte sich jüngst kritisch über die Anhebung. Als Gegenpol schlägt seine Partei einen vorzeitigen Ruhestand ab 64 Jahren vor. Details dazu sind jedoch derzeit nicht bekannt. <h3> Abgabe für Banken</h3>Für die Finanzierung hat Salvini ebenfalls einen Vorstoß gewagt: Er fordert Kreditinstitute zur Kasse. Vorgeschlagen ist eine Abgabe von fünf Prozent auf die Jahresgewinne der zehn größten Banken des Landes und das für drei Jahre. <BR /><BR />Welche dieser Entwürfe es tatsächlich in den finalen Gesetzestext schaffen, entscheidet der finanzielle Spielraum. Maßgeblich dafür sind die revidierten Wirtschaftsdaten des Statistikamts Istat für 2025, die Ende September erwartet werden.