Mittwoch, 09. März 2016

hds Bozen spricht sich gegen Kaufhaus-Projekt aus

Vor Kurzem fand in Bozen die jährliche Ortsversammlung des hds - Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol statt. Im Fokus der Versammlung standen vor allem die Themen Videoüberwachung und das bevorstehende Referendum zum Kaufhaus Bozen.

Badge Local

In Bezug auf die Videoüberwachung in Bozen konnten die beiden hds-Ortsobleute Thomas Rizzolli und Simone Buratti als Referenten den Direktor des Arbeitsinspektorats, Sieghart Flader, und Giuseppe Tricarico, Leiter für kriminalpolizeiliche Ermittlungen Bozen, begrüßen.

Diese gingen auf die Rechte, Pflichten und Grenzen bei der Videoüberwachung vornehmlich in Arbeits- und Betriebsstätten ein. 

hds ruft alle dazu auf, am Referendum teilzunehmen 

Im zweiten Teil der Ortsversammlung ging es um das aktuelle Projekt am Areal des Bozner Busbahnhofs. Der hds rief alle Mitglieder, deren Familienangehörige, Bekannte und Mitarbeiter auf, an der Befragung teilzunehmen - und sich dagegen auszusprechen.

"Ein Projekt, das nicht den getroffenen Vereinbarungen entspricht, kann so nicht befürwortet werden", war der Tenor. Das derzeitige Gesetz lasse keinen Spielraum für Zwischenlösungen, und die bisherige Vorgangsweise zwinge den Verband gegen dieses Projekt zu sein.

Im Projekt werde die vorgeschriebene Gesamtfläche für Einzelhandel nicht eingehalten. Diese entspreche nicht den Ausschreibungskriterien, die vom Stadtrat festgelegt wurden. 

"Flächenexplosion gravierend"

"In der Ausschreibung der Gemeinde Bozen vom 25. Juni 2014 ist eine Handelsfläche von 22.000 Quadratmeternfestgelegt worden und zwar für die gesamten Flächen, die der Tätigkeit des Einzelhandels zugeführt werden: also der Verkaufsfläche im engeren Sinn zuzüglich der weiteren notwendigen Flächen des Handelsbetriebes wie z.B. Gänge, Magazine, Stiegen, Rolltreppen, Aufzüge, Mall oder sonstige Nebenräume.  In der Aufstellung der Handelsflächen hat hingegen der Projektant Kaufhaus KHB mit 22.000 Quadratmetern lediglich die Nettoflächen berücksichtigt. Die bei diesem Projekt dem Einzelhandel zugeordnete Bruttofläche macht somit insgesamt 34.515 Quadratmeter aus", so der hds.

Diese Flächenexplosion sei gravierend, wenn man bedenke, dass der Einzelhandel der Bozner Altstadt heute bereits über eine Verkaufsfläche von 60.110 Quadratmetern verfügt. Diese Flächenexplosion werde sich nicht nur in ganz Bozen, sondern auch auf die umliegenden Gemeinden negativ auswirken, so der hds.

Der Verband sei jedoch nicht gegen die Umgestaltung und Aufwertung des Areals Busbahnhof. Er erwarte sich aber und eine konsequente und gesetzeskonforme Vorgangsweise und die gewissenhafte Einhaltung der getroffenen Vereinbarungen.

stol

stol