Montag, 21. September 2015

hds kritisiert Gesetzesentwurf zu Feiertagsschließungen

Im römischen Senat wird derzeit über einen Gesetzesentwurf diskutiert, der in Italien die Einführung von zwölf Sonn- und Feiertagsschließungen vorsieht. Der hds – Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol zeigt sich vom derzeitigen Entwurf enttäuscht.

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Foto: © shutterstock

„Der aktuelle Vorschlag, zwölf Pflichtschließungen im Jahr einzuführen, wobei der Handelsbetrieb die Möglichkeit hat, diese auf sechs zu reduzieren, ist nur eine Augenauswischerei“, kritisierte hds-Präsident Walter Amort in einer Aussendung am Montag.

„Der Unternehmer soll selbst entscheiden können, an welchen sechs Feiertagen er sein Geschäft öffnen möchte. Im Grunde ändert das kaum die jetzige Situation, in der wir die totale Liberalisierung haben.“

Es bräuchte mindestens 20 Sonn- und Feiertage, an denen alle Geschäfte verpflichtend geschlossen sein sollten. In anderen europäischen Staaten wie Deutschland und Österreich sei die Sonntagsschließung die Regel und nicht die Ausnahme.

„Es geht hier vor allem darum, die Vielfalt des Einzelhandels aufrecht zu erhalten und nicht durch die aktuelle Liberalisierung vor allem den Großbetrieben in die Tasche zu spielen. Man möchte Sonntage schließen, kann aber nicht wegen dem Druck der Großverteilungsbetriebe“, so Amort.

Er hoffe nun, dass sich im Senat eine angemessene Anzahl an Sonn- und Feiertagsschließungen durchsetzt. Nicht zuletzt würden sich ein breiter Teil der Bevölkerung und immer mehr gesellschaftliche Gruppierungen eine Sonn- und Feiertagsschließung wünschen, so Amort. Ausnahmen bei den Pflichtschließungen sollten nur für Tourismusgebiete in der Saison und bei besonders touristisch relevanten Ereignissen an einzelnen Sonntagen vorgesehen werden.

stol

stol