„Diese Liberalisierung ist der falsche Weg, um das Ziel des Wirtschaftsaufschwungs zu erreichen. Im Gegenteil: Diese Maßnahme gefährdet die Existenz von vielen Tausenden von kleinen und mittleren Familienbetrieben im Handel“, so Walter Amort, Präsident des hds – Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol, und Direktor Dieter Steger. Dieser Passus wird auf gesamtstaatlicher Ebene auch von der Dachorganisation des Handels und der Dienstleistungen heftig kritisiert. Sie spricht sich gegen diese Bestimmung aus. Längere Öffnungszeiten würden in der Regel nicht zu mehr Umsatz und Kaufkraft führen, sondern zu einer Verlagerung weg von den Klein- und Familienbetrieben hin zu Großbetrieben und Konzernen, so der hds. „Eine generelle Sonntagsöffnung ist familienbetriebsfeindlich und gefährdet letztlich die Nahversorgung und die Lebensqualität in den Orten“, so Steger.Derzeit seien noch viele Fragen offen, welche Auswirkungen diese Maßnahme auf Südtirol habe. Auf gesamtstaatlicher Ebene sei die Maßnahme allerdings noch sehr umstritten, und es bleibe somit abzuwarten, ob diese Bestimmung überhaupt aufrecht bleibe. Das Reformgesetz sei überhaupt verfassungswidrig, wie ein aktuelles Urteil des Verfassungsgerichtshofs untermaure. Die Kompetenz für die Öffnungszeiten liege bei den Regionen.“Sonntagsschließung grundsätzlich garantieren“Der hds spricht sich dafür aus, dass die Schließung der Geschäfte an Sonntagen grundsätzlich garantiert werden soll. „Südtirol verfügt bereits über ein sehr liberales Ladenschlussgesetz, in dem weite Spielräume festgeschrieben sind. Zum Beispiel gibt es hierzulande kaum verordnete Mittags- oder Samstagnachmittags-Schließungen. Viele Gemeinden empfehlen die grundsätzliche Öffnung am Samstag-Nachmittag. Für Sonn- und Feiertage sind etliche Abweichungen von der Regel vorgesehen, wie z.B. in der Adventszeit, bei Messen und Märkten, bei besonderen traditionellen und touristischen Anlässen oder in Grenz-Gemeinden. Wesentlich ist, dass in den jeweiligen Gemeinden eine Höchstanzahl an Sonntagöffnungen festgelegt werden“, so hds-Präsident Walter Amort abschließend.