Montag, 12. April 2021

hds: Wie wirkt sich ein neues Einkaufszentrum auf Bozen aus?

Wie wirkt sich ein neues Einkaufszentrum auf dem Areal „Metro“ in Bozen Süd auf das Umfeld, auf die Entwicklung der Stadt und der Stadtviertel aus? Diese und weitere Fragen beantwortet eine Geoanalyse des hds – Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol.

Auf dem „Metro“-Areal in der Bozner Voltastraße gibt es Pläne für ein Einkaufszentrum mit einer Gesamtfläche von 20.000 Quadratmetern.
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Auf dem „Metro“-Areal in der Bozner Voltastraße gibt es Pläne für ein Einkaufszentrum mit einer Gesamtfläche von 20.000 Quadratmetern. - Foto: © DLife/Groppo
Die Ergebnisse der detaillierten Analyse zum möglichen Einkaufszentrum und zur aktuellen Leerstanderhebung wurden am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz im Hauptsitz des hds in Bozen vorgestellt.


Die Geoanalyse ist eine digitale Landkarte Südtirols und ein zuverlässiger Indikator für die Standortattraktivität einzelner Bezirke, Orte oder Einkaufsstraßen.

So hat der hds die mögliche Errichtung eines neuen Einkaufszentrums analysiert und zugleich die aktuellen Leerstände in Bozen mit eindrucksvollen Zahlen erhoben.

Auf dem „Metro“-Areal in der Bozner Voltastraße gibt es Pläne für ein Einkaufszentrum mit einer Gesamtfläche von 20.000 Quadratmetern.

Im Umkreis von nicht einmal einem Kilometer gibt es bereits 3 Großstrukturen im Handel mit einer Gesamtfläche von 31.800 Quadratmetern. Zählt man die Großflächen im Umkreis von nicht einmal 2 Kilometern so kommen weitere 40.000 Quadratmeter hinzu. Als Vergleich dazu beträgt heute die Einzelhandelsfläche allein im Bozner Stadtzentrum 66.849 Quadratmeter.



Eindrucksvolle und besorgniserregende Zahlen liefert auch die Erhebung der Leerstände in der Landeshauptstadt: Stand März 2021 gibt es 189 gewerbliche Leerstände in Parterrelagen, die für die Bereiche Handel, Gastronomie und Dienstleistungen nutzbar sind - die meisten davon (91) im Stadtviertel Europa – Neustift – Kaiserau, gefolgt vom Stadtviertel Altstadtzentrum (56). Das sind insgesamt 13.531 Quadratmeter.

Über den reinen Leerstand hinaus wurde auch – wo möglich – klassifiziert, welche Vornutzung dort angesiedelt war und in welchem Zustand sich die Immobilie befindet. Alle Leerstände wurden bildlich festgehalten.

Aufgrund der aktuellen Situation ist zu befürchten, dass die Leerstände weiter zunehmen. Die Ergebnisse untermauern auch, dass weitere, neu erschlossene Handelsflächen vollkommen obsolet sind.

„Das ist gar nicht gut für die Orts- und Stadtentwicklung samt Umfeld und für einen lebendigen, attraktiven und lebenswerten Ort“, fasst hds-Präsident Philipp Moser die Analyse zusammen.

stol