Mittwoch, 09. September 2020

hds zu Christkindlmärkten: „Einfach absagen ist kurzfristig gedacht“

Nachdem sich der Autonome Südtiroler Gewerkschaftsbund (ASGB) gegen die Weihnachtsmärkte 2020 ausgesprochen hat, hält nun der Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol (hds) dagegen: Mit der Absage mindere man die Attraktivität und Lebendigkeit von Südtirols Orten und Städten.

Eine neue Ausrichtung könnte es sein, die Christkindlmärkte in Südtirol (hier jener in Bozen), weniger für Touristen und mehr für die einheimische Bevölkerung anzudenken.
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Eine neue Ausrichtung könnte es sein, die Christkindlmärkte in Südtirol (hier jener in Bozen), weniger für Touristen und mehr für die einheimische Bevölkerung anzudenken. - Foto: © Alex Filz
ASGB-Chef Tony Tschenett hatte am Dienstag in einer Aussendung erklärt, das Abhalten der Weihnachtsmärkte in diesem Jahr sei „grob fahrlässig“: Immerhin wisse man, dass Großveranstaltungen und konzentrierte Menschenansammlungen Infektionsherde für Covid-19-Ansteckungen seien.

Nun hält der hds dagegen:

„Gerade aufgrund dieser besonderen Phase, die wir miterleben, haben wir die einmalige Gelegenheit, dieses Markenzeichen Südtirols neu aufzustellen und dafür neue Konzepte und Inhalte vorzusehen. Einfach absagen und nein sagen, ohne neu zu denken und auszurichten, ist eine kurzsichtige Sichtweise, die niemandem hilft“, betont hds-Präsident Philipp Moser in einer Aussendung am Mittwoch.

So könnte eine neue Ausrichtung sein, dass die Christkindlmärkte weniger zu Touristenattraktionen werden, sondern vielmehr die einheimische Bevölkerung angesprochen wird.



Die Zeit sei zwar für neue Maßnahmen knapp, aber allein durch die bereits vorgesehenen Sicherheitsvorkehrungen und Kontingentierung, bestehe keine Gefahr von Menschenansammlungen.

Der hds weist darauf hin, dass Orte und Städte in ganz Europa, in Italien, aber auch in Südtirol an Frequenzen verlieren, mit negativen Auswirkungen auf alle ortsgebundenen Betriebe im Handel, in der Gastronomie, in den Dienstleistungen und im Handwerk und deren Beschäftigten.

„So sind etwa die steigenden Einkäufe bei Onlinegiganten, die monatelang fehlenden Gäste in den Orten und auch das sehr viel in Anspruch genommene Smart Working Gründe für diesen Rückgang der Frequenzen“, so Moser.

„Fakt ist, dass für die Zukunft unserer Orte - dort, wo eingekauft und konsumiert wird - gehandelt werden muss. Südtirols Orte leben von ihrer Attraktivität, Lebensqualität und den Frequenzen der Menschen, die sich darin bewegen und aufhalten. Es gilt das Alleinstellungsmerkmal unserer lebendigen Orte aufrecht zu halten, damit diese weiterhin Anziehungspunkte für Menschen bleiben und dort Betriebe mit ihren Beschäftigten arbeiten können.“

stol