Dienstag, 11. Januar 2022

Zu wenig Personal in vielen Südtiroler Unternehmen wegen Corona

Südtirols Unternehmen ächzen unter einem Personalmangel. Kein Wunder: Über 15.000 Südtiroler sind derzeit in Quarantäne oder häuslicher Isolation. Durch die Impfpflicht für alle über 50-Jährigen seien weitere Ausfälle unvermeidlich. Der Südtiroler Unternehmerverband (UVS) rechnet mit Personalausfällen von mindestens 10 Prozent. Lieferengpässe seien zu erwarten.

„Es gibt Fälle, wo ganze Abteilungen außer Gefecht gesetzt wurden oder Schlüsselpositionen besonders stark betroffen sind.“
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„Es gibt Fälle, wo ganze Abteilungen außer Gefecht gesetzt wurden oder Schlüsselpositionen besonders stark betroffen sind.“ - Foto: © Shutterstock
Über 15.000 Südtiroler müssen sich derzeit isolieren, weil sie selbst oder nahe Kontaktpersonen positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. Durch die höchst ansteckende Omikron-Variante ist diese Zahl rasant gestiegen: am Dienstag meldete der Sanitätsbetrieb über 3000 neue positiv Getestete an einem einzigen Tag.

„Durch die Impfpflicht für alle über 50-Jährigen sind weitere Ausfälle von Mitarbeitern zu erwarten, da in dieser Altersklasse 18.000 Personen weder geimpft noch genesen sind“, schreibt der UVS in einer Aussendung. Bei rund 260.000 Erwerbstätigen sei aktuell von einem Ausfall von mindestens 10 Prozent auszugehen und viele Unternehmen seien daher einem großen Druck ausgesetzt.






„Es gibt Fälle, wo ganze Abteilungen außer Gefecht gesetzt wurden oder Schlüsselpositionen besonders stark betroffen sind. In solchen Situationen ist es oft nicht einfach, Produktion und Dienstleistungen weiterhin zu gewährleisten und die oft sehr kurzen Lieferzeiten einzuhalten. Unsere Unternehmen und ihre Mitarbeiter leisten gerade in dieser extrem schwierigen Situation Großartiges. Ihnen gebührt unser Dank, genauso wie dem Personal der verschiedenen strategischen öffentlichen Dienstleistungssektoren, angefangen bei der Sanität“, sagt der Präsident des UVS, Heiner Oberrauch.

Trotz aller Anstrengungen seien aufgrund des verschärften Personalmangels in einigen Fällen Lieferengpässe unvermeidlich.

„Genauso wie andere Dienste des öffentlichen Lebens werden aufgrund des Fehlens des Personals auch viele Unternehmen ihre Tätigkeit auf das Wesentliche konzentrieren müssen. Gerade jetzt sind ein gutes Miteinander und Fairness in den Geschäftsbeziehungen wichtig: Wir rufen die Bevölkerung, Kunden und Geschäftspartner daher auf, für solche Fälle Verständnis zu zeigen. Gleichzeitig appellieren wir an alle Südtiroler, die Sicherheitsmaßnahmen zu beachten und das Impfangebot so schnell wie möglich anzunehmen, um diese Situation nicht weiter zu verschärfen“, so Oberrauch.

stol