Montag, 21. März 2022

Herr Pinzger, wie wirkt sich der Ukraine-Krieg auf Südtirols Tourismus aus?

Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine und die daraus entstehende Unsicherheit, eine Corona-Pandemie, die noch nicht zu Ende ist. All dies wirke sich momentan auf die Buchungslage aus, sagt der Präsident des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV), Manfred Pinzger.

Das sagt Manfred Pinzger zur aktuellen Situation. - Foto: © DLife/RM

Von:
Michael Andres
Die Wintersaison neigt sich dem Ende zu. In höher gelegenen Gebieten wie Sulden und dem Schnalstal dauere die Saison zwar noch bis Mai hinein an, „ein erstes Fazit kann man aber bereits ziehen“, so Pinzger im Gespräch mit STOL.

Das Winter-Fazit falle keineswegs schlecht aus. „Angesichts der Voraussetzungen, die es gab, kann man durchaus von einer größtenteils zufriedenstellenden Wintersaison sprechen“, betont Pinzger. Zwar nicht in allen Wintersportgebieten, aber immerhin in vielen Teilen des Landes sei die Buchungslage gut gewesen. Die Einstufung Italiens und somit auch Südtirols als Corona-Hochrisikogebiet seitens Deutschlands – die von Ende 2021 bis Ende Februar galt – habe aber sehr wohl zu Stornierungen und ausbleibenden Gästen geführt, speziell bei Jugend- und Gruppenreisen.

Der Einmarsch Russlands in die Ukraine wirke sich auch auf das Reiseverhalten aus. In den letzten Wochen ist auch in Südtirol ein rückläufiges Buchungsverhalten zu beobachten gewesen. „Keine Frage, der Ukraine-Krieg spielt eine Rolle“, weiß der HGV-Präsident. Der Krieg führt bei vielen Menschen zu Unsicherheiten. „Durch die kriegerischen Auseinandersetzungen haben die spontanen Buchungen zuletzt merklich nachgelassen“, erklärt Pinzger.

Unsicherheit zu verzeichnen

Auch was das Frühjahr bzw. den Frühsommer betreffe, sei seit Ausbruch des Krieges eine Unsicherheit zu verzeichnen, etwa in den Hauptmärkten Deutschland, Österreich, Schweiz sowie den Benelux-Staaten. „Auch die Gäste außerhalb Europas halten sich derzeit zurück. In der Wahrnehmung vieler herrscht eben Krieg in Europa“, so Pinzger. Zudem sei die Corona-Pandemie nach wie vor ein Thema. „Auch deshalb sind viele Menschen noch oder weiterhin unsicher“, erklärt der HGV-Präsident.

Bis zum Ausbruch des Krieges sei die Buchungslage für die nächsten Monate aber durchaus zufriedenstellend gewesen. „Die Leute sehnen sich nach Urlaub, Sonne und mediterranem Flair“, sagt Pinzger. Er hoffe, dass sich die Lage wieder beruhigt und vor allem auch „der schreckliche Krieg in der Ukraine ein Ende findet“.

HGV ruft zu Solidarität und Spenden auf

Die kriegerischen Auseinandersetzungen, das Leid und die Flüchtlingsströme aus der Ukraine machen auch in Südtirol viele fassungslos. Deshalb hat der HGV seine Mitgliedsbetriebe aufgerufen, Unterkünfte für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen und sich bei einer Spendenaktion in Zusammenarbeit mit Caritas Südtirol zu beteiligen.

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