Pio Lunel, Präsident des Verwaltungsrates von WeYou, klärt auf. Der auf Verkaufsautomaten spezialisierten Firmengruppe gehören 4 Unternehmen an, welche zusammen über 7000 Automaten betreiben und jährlich rund 40 Millionen Produkte verkaufen. Zu WeYou gehört auch Automatic Service, das den Standort Südtirol bedient. <b><BR /><BR />Herr Lunel, kann man eigentlich überall und jederzeit einen Verkaufsautomaten aufstellen?</b><BR />Pio Lunel: Ja, grundsätzlich schon. Man muss aber zwischen öffentlichen und privaten Einrichtungen unterscheiden. In einem öffentlichen Gebäude, also einem Krankenhaus oder einer Gemeinde, gibt es zumeist eine Ausschreibung und es ist eine Gebühr zu zahlen, um einen Automaten aufstellen zu dürfen. Bei privaten Unternehmen ist das nicht der Fall. Unser Geld verdienen wir nur mit den verkauften Produkten, die die einzelnen Benutzer an den Automaten erwerben.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1011492_image" /></div> <BR /><BR /><b>Wer entscheidet, was in den Automaten kommt und wie viel es kostet?</b><BR />Lunel: Es gibt einerseits Unternehmen oder Ausschreibungen, die Ihnen die Produkte und auch den Preis vorschreiben, und andererseits Unternehmen, die Ihnen in dieser Hinsicht freie Hand lassen. Wir müssen uns logischerweise aber an die Marktpreise orientieren.<BR /><BR /><embed id="dtext86-64058944_quote" /><BR /><BR /><b>Das heißt?</b><BR />Lunel: Wir positionieren uns, was den Preis betrifft, zwischen dem Supermarkt und der Bar. Das heißt, wir können für einen Automatenkaffee nicht 1,40 Euro wie im Gastronomiebetrieb verlangen, sondern liegen mit 60 bis 70 Cent darunter. Alle Einnahmen werden direkt der Agentur für Einnahmen übermittelt, da jeder Automat registriert ist. <BR /><BR /><b>Wie viele Automaten besitzt das Unternehmen?</b><BR />Lunel: An den 4 Standorten Südtirol, Trentino, Lombardei und Venetien, an denen die Unternehmen der Firmengruppe Weyou tätig sind, sind etwa 7500 Automaten installiert. Die Automaten sind alle unser Eigentum. Unser Service besteht darin, Automaten zu installieren und sie selbst zu verwalten – nicht zu verkaufen. Niemand hat den Schlüssel für den Automaten außer unsere Mitarbeiter.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1011495_image" /></div> <BR /><BR /><b>Und wie viel verdient man pro Verkaufsautomat?</b><BR />Lunel: Was wir verdienen, hängt stark vom jeweiligen Standort ab. Es gibt profitable und weniger profitable Kunden bzw. Standorte. Wir brauchen also eine kritische Masse, damit wir Automaten-Standorte, die weniger abwerfen, halten können. Für uns ist es zum Beispiel sehr wichtig, ein Gebiet gut abzudecken. Das heißt, wenn ich ein Fahrzeug zum Befüllen losschicke, ist es wichtig, dass es möglichst viele Kunden beliefert. <BR /><BR /><b>Wie viele Transporter fahren ungefähr pro Tag die Touren?</b><BR />Lunel: Wir haben etwa insgesamt 80 Fahrzeuge, die sich um das Auffüllen kümmern. Dann haben wir etwa weitere 30 Fahrzeuge, die den technischen Service machen, um die Maschinen zu warten oder zu reparieren. Wir haben zudem auch interne Werkstätten. Das ist ein wichtiger Service, denn ein stillstehender Automat sorgt für einen Einnahmeverlust, den ich nie wieder einholen kann.<BR /><BR /><b>Mit welchen Automaten lässt sich am meisten Geld verdienen?</b><BR />Lunel: Sicherlich ist die profitabelste Maschine immer noch die Kaffeemaschine. Solche Heißgetränke-Automaten sind aber gleichzeitig die komplexesten Maschinen, die auch die meiste Wartung brauchen.<BR /><BR /><b>Ist es auch die am meisten installierte?</b><BR />Lunel: Ja. Kaffee gehört zu den meistverkauften Produkten. Sagen wir mal so: Wenn Sie mich um eine Kaffeemaschine und eine Snackmaschine in Ihrem Betrieb bitten, installiere ich sie. Wenn Sie mich nur um eine Snackmaschine bitten, installiere ich sie nicht, da dieser Automaten-Standort schwer profitabel wird.<BR /><BR /><embed id="dtext86-64058945_quote" /><BR /><BR /><b>Wie hat sich der Markt bei den Verkaufsautomaten verändert?</b><BR />Lunel: Es hat sich zunächst das Produktangebot selbst verändert. Zum Beispiel Walnüsse oder Mandeln waren vor einigen Jahren noch kaum präsent. Jetzt gibt es sie in fast jedem Automaten. Ebenfalls verändert hat sich die Technik. Die Maschinen sind generell leistungsfähiger und kundenfreundlicher geworden. Unter anderem sind neuste Kaffeemaschinen mit Touchpads ausgestattet und ermöglichen verschiedene Zahlungsmethoden. Von Münzen bis hin zu Kreditkarten oder Apps. Ein weiteres Thema für uns ist die Telemetrie, das heißt die Echtzeitüberwachung. Diese ermöglicht es, die Logistik zu optimieren, denn dann wird es der Automat sein, der mich über die Unterversorgung informiert.<BR /><BR />