Lesen Sie außerdem, wie die Honigernte in Südtirol verlaufen ist.<BR /><BR />Zunehmend unterernährte, durstige Bienen in glühenden Bienenstöcken mit Innentemperaturen, die den Zusammenbruch der Waben hervorrufen könnten, kämpfen um ihr Überleben. Im Trentino versuchen Imker, die Bienen mit Konzentraten aus Wasser, Zucker und eiweißhaltiger Nahrung über die Durststrecke hinweg zu helfen. <BR /><BR />Dies ist für die Gesundheit der Insekten unabdingbar, da sie bei Hitze weniger fliegen und auf dem Boden bleiben. In Süditalien müssen Imker Wassereimer füllen, in denen Kork und Styroporstücke schwimmen. Darauf können sich die Bienen setzen, um ihren Durst zu stillen, ohne zu ertrinken. <BR /><BR />Wasser wird auch benötigt, um die Temperatur im Inneren des Bienenstocks zu senken und zu verhindern, dass das Wachs schmilzt und die gesamte Wabe zusammenfällt. Bei hohen Temperaturen versprengen Sammelbienen Wasser auf die Waben und sorgen durch Flügelfächern für Luftdurchzug. Die Verdunstung des Wassers wirkt kühlend. Die Maximaltemperatur muss um die 35 Grad liegen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="796076_image" /></div> <BR /><BR />„Unsere Bienen finden keine Nektarquellen mehr, denn bei dieser Hitze sind alle Blumen verdorrt. Wir müssen mit Sirup auf Zuckerbasis Hilfe leisten, um sie zu füttern. Hier geht es um die Rettung ganzer Bienenfamilien“, erklärt der Präsident der Trentiner Imker, Marco Facchinelli. Er bemüht sich auch, seine Bienenstöcke vor der sengenden Mittagssonne zu schützen. Nicht einmal die Bienenköniginnen bleiben von den rekordhohen Temperaturen verschont. Die Befruchtungsrate ist um etwa 20 Prozent zurückgegangen, was den Imkereibetrieben große Verluste zufügt.<BR /><BR /> Durchschnittlich produziert jeder Bienenstock mindestens 15 Kilogramm Honig; erste Schätzungen gehen davon aus, dass der Durchschnitt in diesem Jahr bei 6, maximal 7 Kilo pro Bienenstock liegen wird. Die Produktion von Orangenhonig in vielen Gebieten Siziliens und Apuliens ist fast auf Null zurückgegangen. Die durchschnittliche Produktion ist um 50 Prozent eingebrochen. So wird das Jahr 2022 in Italien als das kritischste seit Jahrzehnten in Erinnerung bleiben.<BR /><BR />Und während es einerseits um das Überleben der Bienen geht, haben viele Menschen in diesem Sektor auch mit den immer höheren Kosten zu kämpfen, die zum Teil auf die steigenden Kraftstoff- und Produktionsmittelpreise wie Gläser und Deckel zurückzuführen sind. Die Kosten für Honiggläser beispielsweise haben sich verdoppelt.<BR /><BR /> Die Hitzewelle mit Temperaturen über 40 Grad wirkt sich auch negativ auf die Viehzucht in Italien aus. Bei der Milchproduktion wurde zuletzt ein Rückgang von 15 Prozent gemeldet. Die Trockenheit verursachte der Landwirtschaft bisher bereits Schäden in Milliardenhöhe und wirkt sich auf die Preise der Agrarprodukte negativ aus, berichtete der Landwirtschaftsverband Coldiretti.<BR /><BR />Auch der italienische Weinsektor klagt über die seit vielen Wochen anhaltende Hitzewelle. In mehreren italienischen Regionen muss die Weinernte vorverlegt werden, weil die Trauben wegen der Temperaturen um die 40 Grad auszudörren drohen. Mit einem Produktionsrückgang gegenüber den vergangenen Jahren wird wegen der akuten Wasserknappheit auch in diesem Sektor gerechnet.<BR /><BR /><embed id="dtext86-55454010_listbox" />