Es sei heuer sehr schwierig die Situation der Bauern zu analysieren, sagt Alberich Hofer. Im Passeiertal und Ultental gebe es alle paar Kilometer Unterschiede, von Talseite zu Talseite und von Hof zu Hof, da es im Sommer nur kleinräumige Gewitter und keinen ergiebigen Regen gegeben habe. In den vergangenen Monaten habe ein flächendeckendes Tief gefehlt.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1349724_image" /></div> <BR />Aufgrund der Trockenheit sind Bäche versiegt, eine Bewässerung der Wiesen war irgendwann nicht mehr überall möglich. Glücklicherweise gab es auf den Almen genügend Wasser für das Vieh, weil geschickt damit umgegangen wurde und die Hirten vorausschauend gearbeitet haben. „Unsere Hirten sind sehr gut ausgebildet“, sagt Alberich Hofer voll Stolz. Allerdings musste das Vieh in diesem Jahr teilweise deutlich weiter gehen als in anderen Jahren, um an Wasser zu gelangen. <BR /><BR />Aufgrund des guten Wetters ist die Mahd der Bergwiesen heuer schon abgeschlossen. Sie ist besser ausgefallen als erwartet. Alberich Hofer schätzt die Einbußen bei den Bergwiesen landesweit dennoch auf 20 bis 60 Prozent. Im Hinterpasseier seien die Ernteeinbußen nicht so groß.<BR /><BR />Was die Heuernte unterhalb 1000 Höhenmetern betrifft, werden laut Alberich Hofer die nächsten sechs Wochen entscheidend sein. „Mit Niederschlag kann noch viel passieren. Grünland kann sich gut erholen“, zeigt er sich optimistisch. Bei geeignetem Wetter seien noch ein bis zwei Schnitte möglich. Ob es im Winter zu Engpässen beim Heu kommen wird, werden die kommenden Wochen also zeigen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-76017598_quote" /><BR /><BR />Alberich Hofer glaubt, dass es durchschnittlich um 20 bis 40 Prozent weniger Heufutter geben wird. Was das für die Bauern bedeutet, die zukaufen müssen, ist noch offen. Denn es sei nicht vorhersehbar, wie viel Heu auf den Markt komme und zu welchem Preis. „Ich weiß, dass viel Heu in die Schweiz gehen wird. Die sind viel schlechter dran als wir“, sagt Hofer.<BR /><BR />Auch wenn die Kühe früher von der Alm müssen, glaubt er nicht, dass Bauern gezwungen sein werden, Kühe zur Schlachtung zu bringen, weil es zu wenig Futter gibt. Dass Schlachtungen von Nutzkühen aber einige Monate vorverlegt werden, um Futter zu sparen, kann er sich hingegen vorstellen.<BR /><BR />Weiterhin zufrieden ist der Bergbauernvertreter mit den Milchpreisen. Die Genossenschaften würden diesen Sektor krisenfest machen. Hitze und Trockenheit konnten der Milchqualität nichts anhaben und das zählt. „Jeder Bauer schaut, dass sich sein Vieh wohlfühlt und das spiegelt sich in der Milchqualität wider“, betont der Mooser.<BR /><BR />Alberich Hofer sieht die Situation der Bauern also auch in einem Ausnahmesommer, der vielleicht kein Ausnahmesommer bleiben wird, nicht dramatisch. „Unsere Bauern sind krisenfest“, ist er überzeugt. „Sie werden nicht davonrennen, sondern den Gürtel enger schnallen, wenn nötig.“