Sonntag, 26. Januar 2020

H&M droht hohes Bußgeld

Wegen des Verdachts, Mitarbeiter massiv ausgespäht und auch private Daten über Krankheiten und familiäre Hintergründe gespeichert zu haben, droht dem schwedischen Mode-Riesen Hennes&Mauritz (H&M) in Deutschland ein hohes Bußgeld.

Dem deutschen Ableger des Moderiesen H&M drohen gerichtliche Probleme.
Dem deutschen Ableger des Moderiesen H&M drohen gerichtliche Probleme. - Foto: © APA (AFP/Getty) / SCOTT OLSON

Er habe ein entsprechendes Bußgeldverfahren eingeleitet, sagte der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz, Johannes Caspar der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Der Verdacht massiver Verstöße gegen Datenschutzrechte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter habe sich erhärtet. „In der Tat hat es in dem Unternehmen am Standort in Nürnberg eine massive Ausspähung der Beschäftigten gegeben“, sagte Caspar. „Das hat die Auswertung der uns vorliegenden Protokolle von erheblichem Umfang ergeben.“

Dabei handle es sich um detaillierte und systematische Aufzeichnungen von Vorgesetzten über ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Eine H&M-Sprecherin teilte schriftlich mit: „Wir nehmen den Vorfall nach wie vor sehr ernst und bedauern aufrichtig, dass Kollegen betroffen sind.“ Man kooperiere vollumfänglich mit der Datenschutzbehörde, habe eine Reihe von Maßnahmen ergriffen und stehe in engem Dialog mit allen Kollegen.

„Der Schutz der persönlichen Daten unserer Kollegen hat für uns oberste Priorität“, versicherte sie und bat angesichts der laufenden juristischen Prüfung um Verständnis, „dass wir uns zum aktuellen Zeitpunkt nicht weiter äußern können“.

Schon im Dezember hatte Verdi H&M vorgeworfen, dass Vorgesetzte Mitarbeiter eines Nürnberger Call Centers in unzulässiger Weise ausgespäht hätten. Die Mitarbeiter, die für die Abwicklung von Bestellungen zuständig seien, seien von Vorgesetzten zu Gesprächen gebeten worden, die teilweise einen halb privaten Charakter gehabt hätten. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse seien ohne das Wissen der Mitarbeiter gespeichert worden. Nach Gewerkschaftsangaben war die Sache aufgeflogen, nachdem einer der Vorgesetzten die Mitschriften auf einem öffentlich zugänglichen Laufwerksordner abgelegt habe.

Der Fall liegt in der Zuständigkeit des Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz, weil das Unternehmen seine Deutschlandzentrale in der Hansestadt hat.

apa/dpa