Die Auswirkungen auf den Konsumenten seien gering und kurzfristig. Trotzdem hätte die Regierung andere Maßnahmen treffen sollen, um die Schuldenkrise zu bekämpfen.Wie stark wird sich die Mehrwertsteuererhöhung in Italien auf den Konsum auswirken?Burkhard Heer: Die Erhöhung der Mehrwertsteuer wird weitergegeben werden, das heißt, die Preise werden steigen. Und das wiederum wird dazu führen, dass der Konsum erst einmal zurückgehen wird.Es wird also Auswirkungen geben...Heer: Ja, aber nur kurzfristig. Diese Mehrwertsteuererhöhung wird bei den Preisen nur einmalig bemerkbar sein. Langfristig sind die Auswirkungen auf den Konsumenten minimal bis überhaupt nicht spürbar.Das bedeutet, dass auch die Wirtschaft nicht darunter leiden wird?Heer: Nehmen wird die Einkommenssteuer her. Hätte man diese erhöht, würde das Arbeitsangebot und die Beschäftigung langfristig beeinflusst. Bei einer Konsumsteuer, wie es die Mehrwertsteuer ist, sind die Effekte hingegen nur kurzfristig. Zudem wäre eine Einkommenssteuer ungerechter, da es in Italien einen relativ hohen Anteil an Schattenwirtschaft und Schwarzarbeit gibt. Von einer Einkommenssteuer wären diese nicht betroffen.Kann man sagen, wie viel diese einprozentige Mehrwertsteuererhöhung pro Person und pro Jahr ausmacht?Heer: Das hängt natürlich vom Einkommen aus. Nehmen wir als Beispiel ein Jahreseinkommen von 30.000 Euro brutto her und gehen davon aus, dass 80 bis 90 Prozent davon für den Konsum ausgegeben werden, was rund 25.000 Euro wären. Anhand dieser Summe macht eine einprozentige Mehrwertsteuererhöhung im Jahr 250 Euro aus.Das vollständige Interview lesen Sie in der Samstag/Sonntag-Ausgabe (10./11. September) der „Dolomiten“.