Aktuell sind die Steuern (sogenannte Akzisen) auf Diesel niedriger als auf Benzin. Für Diesel zahlen Autofahrer pro Liter 61,7 Cent Steuer, während es bei Benzin 72,8 Cent sind. Nun gibt es Überlegungen, diese Steuern mit dem kommenden Haushaltsgesetz „anzugleichen“, wie aus einem Bericht der Regierung hervorgeht. Medien und Konsumentenschutzverbände gehen davon aus, dass das bedeuten würde, dass die Diesel-Steuern erhöht werden, während die Benzin-Steuern unverändert bleiben.<BR /><BR />Laut dem Verbraucherverein Assoutenti könnte dies die Diesel-Fahrer stark belasten. Der Verband spricht sogar von einer möglichen „Abzocke“ von insgesamt 3,1 Milliarden Euro. <h3> Warum wird das überhaupt überlegt?</h3>In dem kürzlich veröffentlichten Bericht hat die Regierung angedeutet, dass sie Steuervergünstigungen im Energiesektor überarbeiten möchte. Ziel sei es, das italienische Steuersystem effizienter zu machen und die Umweltziele der EU zu unterstützen. <BR /><BR />Dabei wurde auch auf die derzeitige Ungleichheit bei den Diesel- und Benzin-Steuern hingewiesen. Diesel wird steuerlich bevorzugt, was laut Experten keine umweltpolitische Rechtfertigung hat. Deshalb steht eine Erhöhung der Diesel-Steuern im Raum.<h3> Welche Folgen hätte das für die Verbraucher?</h3>Sollten die Diesel-Steuern tatsächlich steigen, könnte dies direkte Auswirkungen auf Autofahrer haben – zumindest auf jene mit Dieselautos. Zurzeit machen Steuern (Akzisen plus Mehrwertsteuer) 56,1 Prozent des Dieselpreises und 59,8 Prozent des Benzinpreises aus. <BR /><BR />Würden die Akzisen für Diesel nun an jene für Benzin angepasst, würde der Dieselpreis, wenn man die Mehrwertsteuer mitrechnet, um fast 14 Cent je Liter steigen – das wären 6,77 Euro mehr für eine Tankfüllung von 50 Euro, wie der Konsumentenschutzverband Unione nazionale consumatori errechnet hat. <BR /><BR />Auch indirekt könnten Preiserhöhungen die Verbraucher belasten: Da viele Güter per Lkw transportiert werden, die hauptsächlich mit Diesel verwenden, könnte ein Anstieg der Preise auch zu höheren Kosten für Lebensmittel und andere Konsumgüter führen.<h3> Ministerium dementiert Erhöhung der Akzisen</h3>Doch werden die Diesel-Steuern tatsächlich steigen? <BR /> Das Wirtschafts- und Finanzministerium versicherte am Donnerstag Nachmittag umgehend, dass keine Erhöhungen geplant seien. Es bezeichnete entsprechende Nachrichten sogar als „völlig irreführend“.<BR /><BR /> Die Regierung sei dazu verpflichtet – unter anderem wegen europäischer Vorgaben –, Maßnahmen zur Reduzierung umweltschädlicher Subventionen zu ergreifen. Dazu gehöre auch, dass die Dieselsteuer niedriger ist als die Benzinsteuer. Deshalb prüfe man einen Mechanismus zur Angleichung der jeweiligen Verbrauchssteuern. <BR /><BR />„In jedem Fall wird der Eingriff – im Einklang mit der Linie dieser Regierung – nicht in einer simplen Anhebung der Dieselsteuern auf das Niveau der Benzinsteuern bestehen, sondern in einer Neugestaltung beider“, hieß es vonseiten des Ministeriums. <BR /><BR />Was die Regierung tatsächlich geplant hat, wird voraussichtlich kurz vor der Verabschiedung des Haushaltsgesetzes feststehen.