Dienstag, 15. März 2022

Hohe Benzinpreise: „Steuerspielräume nutzen“

Ähnlich wie in Deutschland erreichen auch in Italien die Benzinpreise Rekordwerte. Über 2,2 Euro kostet mittlerweile ein Liter Benzin oder Diesel im Stiefelstaat. Nicht nur die Warentransporteure reagieren mit Unmut. Für die gesamte Wirtschaft stellen die in die Höhe geschnellten Spritpreise ein großes Problem dar, heißt es in einer Presseaussendung des lvh.

Das fordert lvh-Präsident Martin Haller. - Foto: © Armin Huber

Der derzeitige Benzinpreis setzt sich im Wesentlichen aus 3 Teilen zusammen: den Nettokosten des Kraftstoffs, einschließlich des Gewinns der Tankstellenbetreiber, den Verbrauchssteuern und der Mehrwertsteuer. Die Verbrauchssteuern machen mehr als ein Drittel aus und bestehen größtenteils aus zweckgebundenen Steuern, die von Regierungen eingeführt wurden.

Jedes Mal, wenn ein Liter Benzin in ein Auto getankt wird, zahlt der Konsument einen beträchtlichen Betrag an Steuern. Die Steuerbelastung des Kraftstoffpreises in Italien zählt zu den höchsten in Europa. Vor allem für die Warentransporteure sind die stark gestiegenen Treibstoffkosten schwer bewältigbar. Die Auswirkungen machen sich bereits bemerkbar: ausbleibende Lieferungen, Verteuerungen der Speditionen und Protestaktionen der Warentransportunternehmen, woraus wiederum Unterbrechungen der Lieferketten resultieren können. Aktuell belastet die Preisexplosion allerdings auch alle anderen Wirtschaftssektoren sowie Privatpersonen.

Rund 70 Prozent machen die Steuern aus

„Die Ukraine-Krise befeuert zwar die Benzinpreise, aber einen großen Teil machen die Steuern aus. In Italien werden etwa 70 Prozent jedes Liters Kraftstoff allein durch Steuern absorbiert. Das ist die höchste Rate in Europa, die über dem europäischen Durschnitt liegt und die Brieftasche der Fahrzeuglenker schwer belastet“, erklärt lvh-Präsident Martin Haller. Und genau hier müsse man national einlenken.

Gemeinsam mit dem nationalen Handwerkerverband Confartigianato interveniert der lvh auf römischer Ebene und fordert die umgehende Verabschiedung eines Maßnahmenpaketes zur Eindämmung der hohen Energiekosten. „Zumindest sollen die Steuerspielräume genutzt werden, um eine weitere Erhöhung der Benzinpreise zu verhindern“, unterstreicht der lvh-Chef.

stol

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