Donnerstag, 18. Februar 2016

Hollande will mit Reformen mehr Franzosen in Arbeit bringen

In Frankreich will Präsident Francois Hollande Arbeitnehmer-Rechte aufweichen und damit vor der Wahl 2017 die Rekordarbeitslosigkeit bekämpfen.

Francois Hollande
Francois Hollande - Foto: © LaPresse

Ein 130 Seiten umfassender Gesetzentwurf zur Arbeitsmarktreform, den die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag einsehen konnte, stellt zahlreiche Themen zur Diskussion.

Und zwar von der maximal zulässigen Zahl der täglichen Arbeitsstunden über Urlaubregelungen bis hin zur Bezahlung von Ruhepausen. Arbeitgeber sollen Mitarbeitern in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zudem leichter kündigen können. Allerdings gibt es selbst im Lager von Hollandes Sozialisten Widerstand gegen die Pläne.

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone leidet unter dem schwachen Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen war im Dezember auf den Rekordwert von 3,6 Millionen gestiegen. Die Arbeitslosenquote lag im dritten Quartal bei 10,6 Prozent – der höchste Dreimonatswert seit 1997. Zum Vergleich: In Deutschland lag die Quote im Dezember bei 6,1 Prozent, die Arbeitslosen-Zahl war 2015 im Schnitt so niedrig wie seit 1991 nicht mehr.

Experten machen dafür auch die „Agenda 2010“ verantwortlich, in der vor rund zehn Jahren der Arbeitsmarkt arbeitgeberfreundlich umgebaut und im Sozialwesen Leistungen gekürzt wurden, etwa unter den Stichwort Hartz IV.

apa

stol