Angesichts des am Freitag bekanntgewordenen Wertberichtigungsbedarfs der landeseigenen Bank in Höhe von 120 Mio. Euro im Italiengeschäft will Nordtirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) für eine mögliche Landeshilfe die Entscheidung der Finanzmarktaufsicht (FMA) über eine Erhöhung der Kernkapitalquote abwarten.Erst dann werde man sich anschauen, welche „eindeutigen Maßnahmen“ man setzen müsse, meinte er in der Pressekonferenz nach der Regierungssitzung.Derzeit liege die Konzernkapitalquote laut Hypo bei „zumindest 5,8 Prozent“.Für Mittwoch sind Bank-Vorstandschef Markus Jochum und Aufsichtsratsvorsitzender, Wilfried Stauder (V) nach Wien zur FMA geladen.Laut Platter könnten die Maßnahmen in Form von Staatsanleihen oder Kapitalaufstockungen durch das Land sein.„Es wurde uns vonseiten der Bank gesagt, dass man die Probleme derzeit aus eigener Kraft bewältigen kann“, sagte der Landeshauptmann.Man befinde sich aber in einer „offensiven Diskussionsphase“. Das Land stehe jedenfalls hinter der Bank.Die Hypo muss nun zunächst einmal ihre Italien-Tochter rekapitalisieren. Trotz der Hiobsbotschaft aus dem Italien-Kreditdebakel gab die Hypo an, die Konzern-Eigenkapitalquote bei zumindest 5,8 Prozent halten zu können.Das hatte die Bank bereits bei Bekanntgabe der hohen Verluste argumentiert. Das Gesetz sieht ein Minimum von 4 Prozent vor.Allerdings schlagen bei den Aufsehern bei Werten zwischen 5 und 6 die Alarmglocken an. Demnach wird über kurz oder lang das Land Tirol der Innsbrucker Bank wieder mit frischem Kapital unter die Arme greifen müssen. Allgemein wird zumindest eine Empfehlung der Aufsicht zur Kapitalstärkung erwartet.apa/dpa