In den Beispielen wird ein Vergleich zwischen unterschiedlichen Hypotheken mit festem oder variablem Zinssatz bei einer Laufzeit von 20 bzw. 30 Jahren gezogen.<BR /><BR /><b>Anstieg der Kreditraten hat die Inflation verdoppelt</b><BR /><BR />Für Familien, die ein Eigenheim kaufen wollen, schlagen die Kosten für Hypotheken ordentlich ins Gewicht: Die Rate für Festdarlehen hat sich nämlich im Vergleich zur Inflationsrate mehr als verdoppelt. Ende April 2021 lag die Rate für eine 20-jährige Hypothek in Höhe von 136.000 Euro (nationaler Durchschnitt für 2021, wie von der Steuerbehörde und dem Verband der italienischen Banken erfasst) bei 634 Euro. Ein Jahr später lagen die Kosten hingegen bei 717 Euro, was einem Anstieg von mehr als 13 Prozent entspricht. Wurde die Hypothek für eine Laufzeit von 30 Jahren aufgenommen, sind die Zinsen von 453 auf 541 Euro gestiegen, was einem Anstieg von 19 Prozent entspricht.<BR /><BR />Zurückzuführen ist dieser enorme Zuwachs auf den Anstieg des Eurirs, jenem Parameter, der zur Bestimmung der Kosten von Festhypotheken herangezogen wird. In den ersten Maitagen stieg der Eurirs um weitere 2 Zehntel (die 20-jährige Laufzeit erreichte 2 Prozent), um sich dann wieder auf den Wert vom Monatsanfang einzupendeln. <BR /><BR />Bei den variablen Hypotheken hingegen gab es bisher keine sprunghaften Anstiege: Die Zinssätze stiegen leicht in der Größenordnung von 10 bis 20 Hundertstelpunkten aufgrund des leichten Anstiegs des Dreimonats-Euribor, der jedoch immer noch unter 0 liegt (zwischen -0,35 und -0,40), während der weniger verbreitete Einmonats-Parameter unverändert bei -0,55 blieb.<BR /><BR /><b>1. Beispiel: Haus zu 150.000 Euro mit Finanzierung zu 120.000 Euro</b><BR /><BR /> Um die Bedingungen auf dem Markt zu überprüfen, hat die italienische Zeitung „Corriere della sera“ anhand der Daten des Onlinebrokers mutuiOnline.it 2 beispielhafte Situationen simuliert: die erste ist der Kauf eines Hauses im Wert von 150.000 Euro mit einer Finanzierung von 120.000 Euro; für die zweite wird eine Hypothek von 250.000 Euro für den Kauf eines Hauses im Wert von 400.000 Euro aufgenommen. Angegeben werden für beide Fälle die besten Konditionen für feste und variable 20- und 30-jährige Hypotheken.<BR /><BR /><b>2. Beispiel: Haus zu 400.000 Euro mit Finanzierung zu 250.000 Euro</b><BR /><BR />Bei der zweiten Hypothek, die aufgrund des niedrigeren Verhältnisses zwischen Hypothek und Wert des Hauses zu etwas günstigeren Zinssätzen angeboten wird, wird ein Vergleich zwischen einem variablen Zinssatz von 0,82 Prozent und einem festen Zinssatz von 2,32 Prozent (mit Raten von 1110 Euro bzw. 1289 Euro) bei einer Laufzeit von 20 Jahren gezogen. Bei einer Laufzeit von 30 Jahren liegt der variable Zinssatz bei 0,87 Prozent mit einer Rate von 775 Euro und der feste Zinssatz bei 2,43 Prozent mit einer um 115 Euro höheren monatlichen Zahlung von 962 Euro.<BR /><BR /><b>Die Variablen</b><BR /><BR />Wie kommen die Unterschiede zwischen festem und variablen Zinssatz zustande? Die feste Rate für die 20-jährige Hypothek beträgt 633 Euro, die Anfangsrate für die indexierte Hypothek 536 Euro. Wenn der Euribor in einem Jahr um einen Punkt ansteigt (ein nicht unwahrscheinliches Szenario), würde der variable Zinssatz auf 632 Euro steigen, bei einer Erhöhung um anderthalb Punkte würde er 680 erreichen. Wenn die Zinssätze in 3 Jahren um 2 Punkte ansteigen, würde die Rate 708 Euro betragen, also 75 Euro mehr als beim festen Zinssatz. <BR /><BR />Eine ähnliche Tendenz lässt sich auch bei der 30-jährigen Laufzeit feststellen: Bei einer Erhöhung um einen Prozentpunkt in einem Jahr würde die Rate des variablen fast auf das Niveau des festen Zinssatzes steigen (472 Euro gegenüber 477), bei 1,5 Punkten würde sie 520 Euro erreichen. Bei 2 Punkten nach 3 Jahren würde die variable Rate auf 557 Euro steigen, 80 Euro mehr als die feste Rate.<BR /><BR />Wie ist es möglich, dass bei einer Erhöhung um einen Prozentpunkt nach einem Jahr der variable Zinssatz mehr oder weniger dasselbe kostet wie der feste Tarif, obwohl die anfängliche Differenz über 1,7 Prozentpunkte beträgt? Der Grund dafür liegt in der unterschiedlichen Amortisation des Kapitals: Je niedriger der anfängliche Zinssatz, desto höher die Rückzahlung in der ersten Phase der Hypothek. <BR /><BR />Wenn die variable Hypothek ihren Anstieg bei nur einem Prozentpunkt stoppen würde, wäre sie langfristig immer noch günstiger als die Festhypothek. Das Problem ist jedoch, dass diejenigen, die eine Hypothek aufnehmen wollen, in der Regel dazu neigen, zu Beginn der Rückzahlung so wenig wie möglich auszugeben, was insbesondere bei steigender Inflation der Fall ist. So wie im Moment.<BR /><BR /><BR /><BR /><BR />