Donnerstag, 09. Dezember 2021

Südtirol schreibt ganzseitigen „Liebesbrief“ an Angela Merkel – warum?

Eines muss man den Verantwortlichen des Südtiroler Wirtschaftsdienstleisters IDM lassen: Das Zeitungsinserat fällt auf. Wer letzthin die deutschen Tageszeitungen „FAZ“ oder „SZ“ gelesen hat, dem ist wahrscheinlich sofort diese ganzseitige Anzeige ins Auge gestochen, mit dem Titel: „Sehr geehrte Frau Dr. Merkel“. Am Ende des Inserats sieht man die berühmte „Merkel-Raute“. Das Ganze sei ein „Liebesbrief an die Alt-Kanzlerin“. Ein Gespräch mit dem IDM-Generaldirektor Erwin Hinteregger.

„Sehr geehrter Frau Merkel, in den letzten 16 Jahren haben Sie alles gesehen. Wirklich alles?“ So beginnt der Text in der ganzseitigen IDM-Anzeige.
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„Sehr geehrter Frau Merkel, in den letzten 16 Jahren haben Sie alles gesehen. Wirklich alles?“ So beginnt der Text in der ganzseitigen IDM-Anzeige. - Foto: © IDM
STOL: Herr Hinteregger, ein ganzseitiges Inserat in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) über Angela Merkel und Südtirol. Wie kommt man auf so etwas?
Erwin Hinteregger: IDM Südtirol wird in Zukunft den Fokus auf die Nebensaisonen setzen. In diesem Zusammenhang handelt es sich beim Inserat mit dem Brief an Angela Merkel um eine kreative Idee, die bereits auf das Kommunikationskonzept der Nebensaisonen aufbaut. Der Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass Deutschland unser wichtigster Quellenmarkt ist und Altbundeskanzlerin Merkel in den letzten 16 Jahren ganze 15 Mal in Südtirol ihren Urlaub verbracht hat. Das Ende ihrer Amtszeit hat nun ein perfektes Fenster geboten, um uns für ihre starke Bindung an Südtirol zu bedanken und sie weiterhin nach Südtirol einzuladen. Und zudem, natürlich, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und potenzielle Gäste anzusprechen.




STOL: Was ist das Hauptziel dieses Inserates: Dass Angela Merkel künftig wirklich öfters nach Südtirol kommt, oder dass deutsche Bundesbürger auf Südtirol aufmerksam werden, die bislang noch nicht hier waren?
Hinteregger: In erster Linie wollen wir unsere Dankbarkeit zum Ausdruck bringen, dass Frau Merkel so oft nach Südtirol gekommen ist. Dadurch ist sie zu einem Stammgast und zu einer natürlichen Botschafterin für Südtirol geworden. Mit dem Inserat wollen wir sie deshalb hochleben lassen und sie einladen, Südtirol auch von einer anderen Seite kennenzulernen, eben in den Nebensaisonen. Wir freuen uns natürlich, wenn Frau Merkel in Zukunft noch öfter Südtirol besuchen wird. Zugleich ist der Brief auch eine Einladung an allen deutschen Gäste, die Südtirol als Urlaubsdestination schätzen und begehren, unser Land weiterhin zu besuchen und in den Nebensaisonen zu entdecken.




STOL: Gibt es schon Reaktionen auf das Inserat?
Hinteregger: Wir hatten schon viele Reaktionen auf das Inserat in Deutschland, die sehr positiv ausgefallen sind. Auch Experten und Medienfachleute aus Deutschland bezeichnen das Inserat vorwiegend als eine sehr gute Aktion von Südtirol, z.B. als „Südtirols Liebesbrief an Angela Merkel“.


STOL: Wie viel musste die IDM für dieses Inserat bezahlen?
Hinteregger: Das Inserat ist Teil eines umfangreichen Kommunikationskonzepts, um die Nebensaisonen in Südtirol zu bewerben. Weitere Aktionen dazu werden noch folgen. Die Schaltungen in der Süddeutschen Zeitung (SZ) und in der FAZ haben insgesamt circa 80.000 Euro gekostet und sind Teil des Medienplans für die Bewerbung der Nebensaisonen. Die Wirksamkeit eines solchen Inserats ist bedeutend höher als jener einer klassischen Anzeige, wie die zahlreichen positiven Feedbacks aus Deutschland bezeugen.


sor