Donnerstag, 22. Oktober 2020

IDM: Wohin geht die Reise im Tourismus?

Die Coronakrise kann eine große Chance sein, den Tourismus in Südtirol strategisch weiterzuentwickeln und auf eine zukunftsorientierte Ebene zu heben. Die Grundfesten hat dafür bereits die Gesamtstrategie von IDM gelegt, bei der Nachhaltigkeit und Qualität eine essenzielle Rolle spielen. Das sind einige der wichtigen Aussagen, die bei einem 2-tägigen Event von IDM Südtirol während der Messe Hotel getroffen wurden.

Die Messe Hotel bot eine Bühne um über die Zukunft des Tourismus in Südtirol zu diskutieren.
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Die Messe Hotel bot eine Bühne um über die Zukunft des Tourismus in Südtirol zu diskutieren. - Foto: © Marco Parisi
IDM nutzte die Plattform des Branchentreffs Nummer 1 für die Touristik in Südtirol, um gemeinsam mit den touristischen Partnern über die großen Fragen der Branche zu sprechen: Wohin geht die Reise im Tourismus? Welchen Tourismus wollen wir für Südtirol? Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit dabei? Experten aus dem In- und Ausland sowie Vertreter von IDM kamen dabei zu Wort. Podiumsdiskussionen zwischen Fachleuten und Branchenvertretern rundeten das Programm jedes Tages ab.

„Die aktuelle Pandemie hat viele Entwicklungen beschleunigt, die bereits vor der Krise in Gang gesetzt wurden, weil sie Teil der Gesamtstrategie von IDM sind, die uns Richtung Vision von 'Südtirol als begehrtestem nachhaltigen Lebensraum' bringt. Dazu gehört unter anderem die Neupositionierung der Marke Südtirol auf den Märkten, für die unsere ganzheitlich angelegte Brandkampagne den ersten Schritt darstellt. Sie zeigt das Land in seiner Gesamtheit: Als Destination, Herkunftsland von Agrarprodukten und Standort für Industrie und Handwerk. Der Weg in die Zukunft liegt darin, Synergien zwischen den einzelnen Wirtschaftszweigen zu potenzieren“, erklärt IDM-Generaldirektor Erwin Hinteregger.

„Gerade Agrar und Tourismus sind 2Sektoren, bei denen eine enge Zusammenarbeit einen wichtigen Erfolgsfaktor darstellt, den wir etwa auch beim 'Südtirol Marketplace' nutzen wollen, einer digitalen Plattform, die Südtirol erlebbar macht und als Schaufenster für Südtiroler Produkte und Erlebnisse dient. Die Messe Hotel ist für uns ein sehr guter Begegnungspunkt, um uns mit den Partnern der Branche und aus den angrenzenden Sektoren über diese wichtigen Themen und die Zukunft des Tourismus auszutauschen“, so Hinteregger weiter.

Tourismus Vision 2030

Diese zukünftige touristische Entwicklung war auch die zentrale Frage am 1. Tag des von IDM organisierten Events. Wie Südtirol seinen Tourismus im Kontext des gesamten Lebensraums künftig gestalten will, soll in der „Tourismus Vision 2030“ dargelegt werden, an der IDM gemeinsam mit Politik und Partnern in den nächsten Monaten auf Hochtouren arbeiten wird. Der Startschuss dafür ist schon gefallen. Das entwickelte Zukunftsbild soll dann als Grundlage für die Ausarbeitung von neuen Produktideen und wegweisenden Geschäftsmodellen dienen.

Im Entstehen ist auch ein Nachhaltigkeitsindex für Südtirol, der aufzeigen soll, wie sich das Land in diesem Bereich zu bewegen hat. So will IDM gemeinsam mit den Partnern sicherstellen, dass der Tourismus auch in Zukunft eine tragende Säule der Wirtschaft des Landes bleibt.

„Uns bietet sich gerade eine Jahrhundertchance. Das Gebot lautet: raus aus dem Krisenmodus, rein in den Gestaltermodus“, sagt IDM-Marketingdirektor Wolfgang Töchterle. „Unsere Kunden haben während des Lockdowns im Frühjahr gemeinsam mit uns die Stille erlebt. Dieses Erlebnis hat unser aller Sinne geschärft für das, was wirklich zählt im Leben. Beziehungen werden wichtiger, Gesundheit wird wichtiger, Sicherheit und eine intakte Umgebung werden wichtiger. Unsere Gäste werden mehr denn je zuvor wegdrängen von oberflächlichen Erlebnissen und stattdessen nach echten, tiefen Erfahrungen suchen. Sie wollen Resonanz mit einer Region spüren. Mitschwingen also mit den Menschen vor Ort, die Südtiroler Lebensart aufsaugen, lokale Produkte verstehen und verkosten und Rückzugsräume in der Natur nutzen. Südtirol kann zum Thema Resonanztourismus einen großen Aufschlag machen. Den größeren als die meisten entwickelten Destinationen in Europa. Schlicht deshalb, weil es unserer Identität entspricht.“

Um dieser Identität entsprechenden Raum und Attraktivität zu geben, müsse man nicht alleine die Destination Südtirol weiterentwickeln und vermarkten, sondern den gesamten Lebensraum. „Wir sagen nicht mehr: Hier kannst du super wandern, sondern wir sagen: Hier gibt es ein Land mit Tiefe, in dem es die Menschen verstanden haben, aktive Gestalter ihres eigenen Lebensraums und nicht nur von touristischen Erlebnissen zu sein“, so Töchterle. Wenn es Südtirol gelinge, diesen Schritt zu machen, werde es gestärkt aus dieser Krise hervorgehen.

Wechselwirkung zwischen Landwirtschaft und Tourismus

Wie wichtig die Synergien zwischen dem Tourismus und einem anderen tragenden Sektor des Landes, nämlich der Agrarbranche, sind, erläuterte Stephan Wenger, Direktor Agrar von IDM, am zweiten Eventtag, an dem sich alles um die verschiedenen Aspekte eines nachhaltigen Südtirol drehte. „Die Wechselwirkung zwischen den beiden Wirtschaftsbereichen ist vielschichtig. Es sind unterschiedlich große Themenfelder, die Agrar und Tourismus gemeinsam bearbeiten, und so gegenseitig Nutzen stiften. Gelingt es, diese verschiedenen Berührungspunkte für beide Seiten positiv zu nutzen, so ist dies die Grundlage für eine langfristig funktionierende Zusammenarbeit und kann als strategischer Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Regionen entwickelt werden“, so Wenger.

Wie erfolgreich Gastwirte und Bauern in Südtirol zusammenarbeiten, wurde am Beispiel der erfolgreichen und gut funktionierenden Zusammenarbeit von Florian Patauner, Koch und Wirt im Restaurant „Patauner“ sowie Präsident der Gruppe „Südtiroler Gasthaus“, mit dem Gemüse- und Obstbauer Stefan Faller aufgezeigt. „Solche regionalen Kreisläufe sind ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Wirtschaft und ein Treiber der Nachhaltigkeit. Sie sind aber auch für unsere Gäste und Kunden wichtig und werden als Indikator für Qualität und Authentizität wahrgenommen“, so Wenger.

pho

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