<BR />Das Arbeiten im fortgeschrittenen Erwerbsalter rückt angesichts des Fachkräftemangels zunehmend in den Fokus von Wirtschaft und Gesellschaft. Das Arbeitsförderungsinstitut (AFI) hat daher in einer Umfrage erhoben, ob Südtirols Arbeitnehmer davon ausgehen, mit 65 Jahren noch denselben Beruf ausüben zu können wie heute.<h3> Für 72 Prozent durchaus machbar</h3>Das Ergebnis: Eine deutliche Mehrheit – 72 Prozent der Befragten – hält das grundsätzlich für möglich. <BR />28 Prozent sehen das hingegen als unrealistisch an. Als Hauptgründe nennen sie psychischen Stress sowie hohe körperliche Belastungen im Arbeitsalltag.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-74973056_quote" /><BR /><BR /><BR />Damit ältere Beschäftigte tatsächlich länger im Berufsleben bleiben, braucht es aus Sicht der Arbeitnehmer jedoch mehr als bloße Appelle. „Neben finanziellen Anreizen sind Gesundheit und Arbeitsumfeld entscheidend“, betont AFI-Direktor Stefan Perini. <h3> Was für ältere Arbeitnehmer wichtig ist</h3>Besonders wichtig seien eine angemessene Bezahlung, weniger Stress, geringere körperliche Belastungen sowie ein gutes Betriebsklima.<BR /><BR />Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Drei Viertel der Befragten nennen eine bessere Bezahlung als zentralen Faktor, um länger im Beruf zu bleiben. Ebenso hoch im Kurs stehen Maßnahmen zur Entlastung im Arbeitsalltag. <BR /><BR />„Wer ältere Beschäftigte im Betrieb halten will, muss mehr bieten als ein Standardgehalt“, sagt Perini.<BR /><BR />Interessant ist auch ein weiterer Befund der Studie: Der Wunsch nach kürzeren oder flexibleren Arbeitszeiten hat im Vergleich zur letzten Erhebung vor fünf Jahren an Bedeutung verloren. <h3> Unternehmen sind gefordert</h3>Für AFI-Präsident Stefano Mellarini liegt damit die Verantwortung klar auch bei den Unternehmen. „Die Daten zeigen eindeutig: Ob Menschen länger arbeiten, entscheidet sich nicht am Willen, sondern an den Arbeitsbedingungen“, sagt er. „Unternehmen stehen in der Pflicht, Jobs gesundheitsgerecht zu gestalten, Belastungen spürbar zu reduzieren und echte Anreize zu schaffen – sonst bleibt ein enormes Arbeitskräftepotenzial ungenutzt.“