Noch betrifft das EU-Verbot nur die großen „Player“, 2030 sollen die mittelgroßen Betriebe folgen. Wie man mit unverkaufter Ware umgeht, können sie von Südtirols Einzelhandel lernen. Denn „ab in die Tonne“ gibt es da nicht, sagt Rabanser. Seine Familie hat in vierter Generation ein Schuhgeschäft. Doch Bekleidungs- und Schuhgeschäfte im Einzelhandel ticken gleich, sagt er. Und kalkulieren schon beim Einkauf sehr genau. <BR /><BR />Für „Liegengebliebenes“ ist der Klassiker natürlich der Saisonausverkauf. Bei dem man, sollten bestimmte Stücke immer noch keinen Abnehmer finden, auch mehrmals reduzieren kann. „Aber es gibt immer wieder Stücke, die bleiben einfach liegen. Es ist nicht immer einfach, genau den Geschmack der Kunden zu treffen“, sagt Rabanser. Mit den Jahren komme die Erfahrung, doch gerade am Anfang liege man schon öfter mal daneben.<BR /><BR /> „Dann landen Schuhe, Hosen, Kleider und Co. gut verstaut im Magazin“, erklärt er – wo sie „überwintern“ oder „übersommern“. Mit der nächsten Saison finden sie ihren Weg zurück in den Laden – bereits zum reduzierten Preis. Was auch dann partout keinen Käufer findet, kommt bei Rabanser – und vielen seiner Kollegen – in die Schnäppchen-Ecke mit absoluten Niedrigpreisen. „Verdient ist daran natürlich nichts mehr“, sagt Rabanser. Aber erstens, sagt er, können solche Schnäppchenecken auch Kunden anlocken, die dann doch was im regulären Angebot finden. Und zweitens seien ein paar Euro immer besser als kein Euro.<BR /><BR />Allerdings ist auch die Schnäppchenecke kein Platz für die Ewigkeit. „Für solche Fälle, oder gerade auch wenn man das Geschäft umbaut und wirklich alle Ware raus muss, gibt es spezialisierte Händler, die Einzelstücke oder auch unverkaufte Serien für ein paar Euro aufkaufen und dann über die bekannten Kleidermärkte an Mann und Frau bringen“, erklärt Rabanser. <BR /><BR /><embed id="dtext86-75579783_quote" /><BR /><BR /><BR />Wenn es sich anbietet, dann setzt Rabanser selber lieber auf Spenden. „Wir haben auch schon Kinderschuhe einfach dem SOS-Kinderdorf zur Verfügung gestellt“, erzählt er. Denn: „Alles ist besser als wegwerfen!“<BR />„Als Einzelhändler hat man eine Art Beziehung zu seiner Ware, man hat sie ja selbst ausgesucht, man kennt ihre Qualität und wünscht sich, dass davon jemand etwas hat. Es blutet einem das Herz beim Gedanken, die Stücke würden ungetragen entsorgt“, erzählt er.<BR />Doch andernorts spielen solche Gedanken keine Rolle.<BR /><BR /> Insbesondere im Niedrigpreis-Segment und/oder Online-Handel kommt das Verbrennen unverkäuflicher oder auch rückgesendeter Ware oftmals günstiger als ein nachhaltiger Umgang damit. „Das, so findet Rabanser, sollten Konsumenten bei ihren Kaufentscheidungen mitbedenken.“