Dienstag, 19. März 2019

Immer mehr Väter nehmen Elternzeit

Mehr und mehr Südtiroler Väter nehmen die 5 bezahlten Vaterschaftstage in Anspruch. 2017 war bereits jede fünfte Person, die Elternzeit beanspruchte, ein Mann. Das entspricht fast 23 Prozent und liegt damit über dem italienischen Durchschnitt von 18 Prozent.

In Italien stehen neuen Vätern 5 bezahlte Vaterschaftstage zu.
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In Italien stehen neuen Vätern 5 bezahlte Vaterschaftstage zu. - Foto: © shutterstock

„Voriges Jahr waren es noch 4, heuer sind es schon 5 bezahlte Vaterurlaubstage, die Papi zur Verfügung stehen“, meldet das Arbeitsförderungsinstitut AFI anlässlich des Vatertags. Das gelte für alle frisch gebackenen Väter, die in der Privatwirtschaft arbeiten. Darüber hinaus könnten Väter bis zu 7 Monate unbezahlten Elternurlaub nehmen.  „Glücklicherweise tut sich was in Bezug auf die Elternzeit für Väter”, sagt AFI-Vizedirektorin Silvia Vogliotti. Die EU wolle nicht nur 5, sondern 10 Tage bezahlte Elternzeit für Männer, die soeben Vater geworden sind. In Südtirol macht eine Initiative für neue Väter im Südtiroler Sanitätsbetrieb von sich reden.  

Italien: 5 Tage Pflichturlaub für Väter

Italien hat mit 2019 verpflichtend 5 Tage voll vergüteten Vaterurlaub für die Beschäftigten der Privatwirtschaft eingeführt – im Jahr 2017 waren es nur 2 Urlaubstage gewesen, im Jahr 2018 bereits 4. Diese5 Pflichturlaubstage muss der Vater in den ersten 5 Lebensmonaten des Kindes beanspruchen. „Italien ist somit noch weit entfernt vom europäischen Standard. In Brüssel ist eine Richtlinie im Werden, die 10 Tage verpflichtenden Elternurlaub für Väter vorsieht“, berichtet Vogliotti.

Auf Staatsebene wurde der fakultative Vaterschaftsurlaub für den Sektor Privatwirtschaft mit Gesetz Nr. 53 im Jahr 2000 eingeführt. Dieser kann vom Vater für höchstens 7 Monate genommen werden. Mit der Elternzeit der Mutter kommen somit insgesamt 11 Monate für das Kind zusammen. Der Vaterurlaub kann auch stundenweise beansprucht werden, sodass Väter Teilzeit arbeiten oder sich einzelne Stunden freinehmen können.

Jedoch wird nur in den ersten 6 Monaten Elternurlaub mit einer Lohnfortzahlung von 30 Prozent gezahlt. Diese Monate gehören in der Regel zum obligatorischen Mutterschutz. Das Land Südtirol hilft dabei seit 2 Jahren mit einer extra Beihilfe für Väter, die nicht bezahlte Elternzeit nehmen, aus. 

Auch „Südtirol Heute“ hat darüber berichtet.

EU: bezahlter, nicht übertragbarer Vaterschaftsurlaub

Die europäische Richtlinie schlägt vor, dass alle Mitgliedsstaaten der Union mindestens 4 Monate Elternurlaub für Mütter und 4 Monate Elternurlaub für Väter einführen. Dieser Elternurlaub darf nicht auf das jeweils andere Elternteil übertragen werden. Das sollte ein Anreiz für Väter sein, ihren Elternurlaub in Anspruch zu nehmen. „Wichtig ist auch, dass der EU-Vorschlag vorsieht, dass der Elternurlaub mindestens so hoch entlohnt wird wie ein Krankenstand“, berichtet Vogliotti.      

Der Südtiroler Sanitätsbetrieb will mit einem neuen Leitfaden „360°-Info rund um die Vaterschaftsrechte“ aktive und verantwortungsbewusste Neo-Väter besser informieren.  „Die Auffassung, dass Kinderbetreuung ausschließlich Frauensache sei, ist damit widerlegt“, merkt Vogliotti an.

Mehr Informationen zum Thema gibt es hier.   

stol

stol