Samstag, 09. November 2019

„In Südtirol entscheidet nicht die Politik, sondern die Beamten“

Auch im Jahr 2050 werde es in Südtirol noch Skigebiete geben. Vermutlich aber nur mehr über einer Meereshöhe von 2000 Metern, sagt der Seniorchef der Sterzinger Leitner-Gruppe, Michl Seeber. Sorgen bereite ihm hingegen, dass in Südtirol zumeist nicht die Politik, sondern die Beamten entscheiden würden: „Wir haben zum Teil eine Beamtenregierung“, so Seeber.

Michl Seeber, der Seniorchef der Sterzinger Leitner-Gruppe, im Gespräch mit dem Tagblatt „Dolomiten“.
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Michl Seeber, der Seniorchef der Sterzinger Leitner-Gruppe, im Gespräch mit dem Tagblatt „Dolomiten“. - Foto: © Martin Schaller

„Unsere Unternehmensgruppe hat in den vergangenen Jahren Betriebsgebäude auf der ganzen Welt erreichtet, sei es in Nordtirol, in Frankreich, in den USA, in China, in Indien und der Slowakei“, sagt Seeber im Gespräch mit „Dolomiten“-Redakteur Arnold Sorg.

„Dabei haben wird die bittere Erfahrung gemacht, dass die Vorschriften und Auflagen nirgendwo so kleinlich und zum Teil unlogisch und noch dazu langwierig in der Genehmigungsphase sind, wie bei uns in Südtirol.“ Und die Beamten dürfe man nicht kritisieren, so Seeber.

„Mitglieder der Landesregierung tun immer wieder auch öffentlich ihre Meinung kund, dass ,man Beamte nicht ständig kritisieren darf', ,man sollte nicht immer einen Schuldigen suche'“.

Im seiner Lebensanschauung wäre das „in einer erfolgreichen Betriebsführung ein großer Fehler“, sagt Seeber: „Man soll kritisieren, aber sachlich und korrekt.“


sor