Samstag, 17. September 2016

Industrie: Scheitern von TTIP und Ceta wäre schwerer Rückschlag

Vor den Demonstrationen gegen TTIP und Ceta in mehreren deutschen Städten hat der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) noch einmal nachdrücklich für die Handelsabkommen mit den USA und Kanada geworben. „Falls TTIP und CETA scheitern, wäre dies ein schwerer Rückschlag für Europa“, erklärte BDI-Präsident Ulrich Grillo am Samstag in Berlin.

Während die Industrie für die Handelsabkommen wirbt, gingen in mehreren deutschen Städten unzählige Menschen auf die Straße, um dagegen zu protestieren (im Bild in Berlin).
Während die Industrie für die Handelsabkommen wirbt, gingen in mehreren deutschen Städten unzählige Menschen auf die Straße, um dagegen zu protestieren (im Bild in Berlin). - Foto: © APA/AFP

„Es wäre alles andere als der Sieg einer aufgeklärten Protestbewegung. Wir Europäer hätten damit bewiesen, dass wir nicht willens sind, gemeinsam Regeln zu entwickeln, die den Welthandel fairer und besser machen", sagte Grillo und betonte, dass gerade das mit Kanada ausgehandelte Ceta-Abkommen belege, dass konstruktive Kritik in den Verhandlungen berücksichtigt werde.

Protestkundgebungen starten mit weniger Demonstranten als erwartet

Aus Protest gegen die geplanten Freihandelsabkommen gingen am Samstag in mehreren deutschen Großstädten zahlreiche Menschen auf die Straße - allerdings deutlich weniger, als von den Veranstaltern erwartet. Bei der Hauptkundgebung in Berlin waren laut Polizei kurz vor dem Start des Demonstrationszuges ungefähr 30.000 Menschen zusammengekommen, in Köln 10.000, in Hamburg 6000, in Frankfurt 5000.

Gerechnet worden war in Berlin 80.000 bis 100.000 Teilnehmern und in anderen Städten mit bis zu 30.000. Demonstrationen gibt es auch in Leipzig, München und Stuttgart.

Zu den den Kundgebungen aufgerufen hatte ein Bündnis aus Gewerkschaften, Umweltverbänden und kirchlichen Gruppen. Sie befürchten, dass durch die Abkommen, die zwischen der EU und den USA (TTIP) sowie Kanada (Ceta) geschlossen werden sollen, Umwelt- und Sozialstandards ausgehöhlt werden. Befürworter versprechen sich von den Freihandelsabkommen eine Ankurbelung des Wirtschaftswachstums.

apa/dpa 

stol