<BR />Insgesamt gaben 87 Prozent der im verarbeitenden Gewerbe tätigen Unternehmer an, mit der diesjährigen Ertragslage zufrieden zu sein. Etwas mehr – neun von zehn Unternehmen – schauen mit verhaltenem Optimismus auf das Geschäftsjahr 2026 udn rechnen mit zufrieden stellenden bis guten Erträgen, wie aus der Umfrage des Wirtschaftsforschungsinstitutes (Wifo) der Handelskammer Bozen hervorgeht. <BR /><BR />Allerdings bremsen der schwächelnde italienische Markt und die Schwierigkeiten der deutschen und österreichischen Wirtschaft weiterhin das Umsatzwachstum. In der ersten Jahreshälfte beliefen sich die Exporte aus Südtirol – ohne landwirtschaftliche Erzeugnisse – auf rund 3,3 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahressemester entspricht. <h3> Unterstützung bei Investitionen gefordert</h3>„Die schwierige wirtschaftliche Lage in den traditionellen Absatzmärkten für die Südtiroler Unternehmen macht deutlich, wie wichtig Internationalisierung und Innovation sind“, kommentiert der Präsident des Unternehmerverbandes, Alexander Rieper, die Daten. Dafür müssten brauche es aber auch „wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen“, sprich: „Weniger Bürokratie, Unterstützungen bei Investitionen in Energieeffizienz und Digitalisierung, Steuerentlastungen.“<BR /><BR />Für das kommende Jahr erwarten die befragten Unternehmen, dass die Auslastung der Produktionskapazität in etwa auf dem heurigen Niveau von 85 Prozent bleiben wird. Das Umsatzwachstum könnte sich vor allem bei großen Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten leicht verstärken, auch dank steigender Verkaufspreise.<BR /><BR />Bei den Investitionen werden laut Umfrage die heimischen Industrie- und Handwerksbetriebe wegen der großen Unsicherheit aber zurückhaltend bleiben. Der Präsident der Handelskammer Bozen, Michl Ebner, begrüßt daher die Entscheidung der Regierung in Rom, auch für das nächste Jahr die Investitionsanreize für Unternehmen zu finanzieren: „Maßnahmen wie die ,Neue Sabatini' und die erhöhte Abschreibung unterstützen die Investitionen und ermöglichen es den Unternehmen, ihre Produktivität, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.“<BR /><BR />Ähnlich äußert sich Cristiano Cantisani, Präsident des Handwerkerverbandes CNA-SHV: „Die Stagnation der Wirtschaft im Jahr 2025 und die für 2026 prognostizierte zaghafte Erholung erfordern Unterstützungsmaßnahmen: Der Staat und das Land müssen Haushaltsgesetze verabschieden, die Maßnahmen zur Förderung von Investitionen in die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit von KMUs enthalten.“<h3> Stimmung je nach Branche sehr unterschiedlich</h3>Wie das Wifo-Barometer zudem zeigt, ist die Lage in den Betrieben je nach Branche sehr unterschiedlich. Am schlechtesten ist die Stimmung derzeit laut der Wifo-Umfrage im Druckgewerbe und in der Textil- und Bekleidungssparte, wo jedes dritte Unternehmen über eine unbefriedigende Rentabilität klagt.<BR /> Während der Drucksektor aber für 2026 mit einer Besserung der Lage rechnet, bleiben die Aussichten in der Textilbranche bescheiden. <BR /><BR />Aktuell am besten ist die Stimmung in der Baustoffproduktion, der Holzbranche sowie im Maschinen- und Fahrzeugbau, wo mehr als neun von zehn Unternehmen mit dem laufenden Geschäftsjahr zufrieden sind. Sie rechnen auch 2026 mit zufriedenstellenden bis guten Erträgen. <BR /><BR />„Die Herausforderungen und Erwartungshaltungen unterscheiden sich je nach Sparte, doch eines gilt für alle Wirtschaftstreibenden: Sie brauchen Rahmenbedingungen, die Unternehmertum fördern statt bremsen“, betont auch Martin Haller, Präsident des Wirtschaftsverbandes für Handwerk und Dienstleister (lvh). „Ob etablierter Betrieb oder junge Gründerin und engagierter Übernehmer, alle wollen arbeiten und Qualität liefern. Dafür braucht es weniger Bürokratie und verlässliche, attraktive Bedingungen.“